Keine Radioaktivität freigesetzt
Biblis: Brennelement vermutlich wegen Überlastung gebrochen

Das Brennelement im Atomkraftwerk Biblis ist vermutlich wegen Überlastung gebrochen. Dies teilte das hessische Umweltministerium am Mittwoch in Wiesbaden mit.

dpa BIBLIS/WIESBADEN. Das Brennelement ist nach Meinung der Experten beim Verladen schräg gestellt worden. Dabei habe sich der Fuß am Lagergestell oder am Transportbehälter verfangen. Als der Kran zog, sei der Kopf abgerissen. Die Brennstäbe seien nicht beschädigt und somit keine Radioaktivität freigesetzt worden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde ist ein Bedienungsfehler nicht auszuschließen. Das Brennelement solle in der kommenden Woche geborgen werden. Dann könnten weitere Untersuchungen vorgenommen werden.

Die Kraftwerksbetreiber wollen das Brennelement mit einem neuen Kopf versehen und nach Möglichkeit in den üblichen Entsorgungskreislauf einfügen, sagte Sprecher Ernst Müller. Mit einem Spezialwerkzeug soll das abgebrochene Teil im Wasser eingespannt und auf den Beckenboden gehoben werden. Dort könne es mit Kameras untersucht und dann ein neuer Kopf angeschraubt werden. Der TÜV- Süddeutschland müsse dieses Vorgehen noch genehmigen.

BUND fordert Schließung von Atomkraftwerk

Martin Waldhausen vom Bundesumweltministerium wollte die vorliegenden Ergebnisse nicht bewerten. "Ein Konstruktionsfehler oder eine andere Ursache sind noch nicht auszuschließen." Das Ministerium habe die Gesellschaft für Reaktorsicherheit in Köln als unabhängige Gutachterin hinzugezogen. Außerdem sei die hessische Landesaufsichtsbehörde gebeten worden, möglichst schnell einen Bericht über den Unfall vorzulegen. Dabei werde vor allem die Übertragbarkeit auf andere Anlagen geprüft.

Der hessische Landesverband des BUND und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) haben in einem Brief an Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Schließung des Atomkraftwerkes Biblis gefordert. Der mögliche Absturz eines Brennelementes sei weder bei der Planung noch beim Bau der Anlagen bedacht worden. Damit sei die Sicherheitsphilosophie der Betreiber "endgültig ad absurdum geführt" worden.

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