Keine rasche Erholung
Japanische Chip-Konzerne erwarten wieder Gewinne

Die durch hohe Restrukturierungskosten und die Schwäche der IT-Branche belasteten japanischen Chip-Hersteller Toshiba, NEC und Fujitsu gehen nach Rekordverlusten 2001/2002 davon aus, im angelaufenen Geschäftsjahr wieder aus den roten Zahlen zu kommen.

Reuters TOKIO. Eine rasche Erholung stellten sie allerdings nicht in Aussicht. Deutlich optimistischer präsentierte sich hingegen der Elektronikkonzern Sony. Er kündigte eine Verdopplung des Jahresgewinns an.

Toshiba überrascht Märkte mit Gewinnausblick

Japans größter Chip-Konzern Toshiba dämpfte Hoffnungen auf eine baldigen Aufschwung in der Halbleiter-Industrie. "Dies wird ein Jahr des Wiederaufbaus", sagte Toshiba-Manager Kiyoaki Shimagami vor Journalisten. "Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr einen Satz nach vorne machen können." Der Konzern überraschte die japanischen Aktienmärkte mit einem unerwartet freundlichen Gewinnausblick. Demzufolge soll im laufenden Geschäftsjahr (per Ende März) ein Überschuss von 23 Milliarden Yen (rund 200 Millionen Euro) erwirtschaftet werden nach einem Fehlbetrag von 254,02 Milliarden Yen 2001/2003. Die durchschnittlichen Analysten-Prognosen belaufen sich demgegenüber bislang auf lediglich drei Milliarden Yen.

Der Kurs der Toshiba-Aktie kletterte am Donnerstag um rund fünf Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem halben Jahr.

Nec und Fujitsu verhaltener

Auch NEC und Siemens-Partner Fujitsu, die Nummern zwei und fünf unter den japanischen Halbleiter-Produzenten, rechnen damit, die Verlustzone im laufenden Geschäftsjahr Jahr zu verlassen. Da sie jedoch stärker von der weiterhin krisengeschüttelten Telekomausrüster-Industrie abhängen als Toshiba, fielen ihre Prognosen verhaltener aus.

Fujitsu kündigte an, im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnschwelle zu erreichen nach einem Fehlbetrag von 382,54 Mrd. Yen im Vorjahr. NEC sagte einen Reingewinn von zehn Mrd. Yen voraus nach einem Minus von 312 Mrd. Yen.

Japans führende fünf Chip-Konzerne - dazu gehören auch Hitachi und Mitsubishi Electric - haben im Zuge der Branchenschwäche Zehntausende von Stellen gestrichen, Werke geschlossen und sich von Verlust bringenden Geschäften getrennt. Branchenexperten halten die Kürzungen aber noch nicht für ausreichend. "Toshiba ist mit seinen Restrukturierungsmaßnahmen nur langsam voran gekommen und hinkt immer noch hinter der Konkurrenz hinterher", sagte Yoshihisa Okamoto von Fuji Investment Management.

Sony erwartet Gewinnverdopplung

Deutlich optimistischer als die Prognosen der Chip-Konzerne fiel der Ausblick von Sony aus. Der weltweit größte Hersteller von Unterhaltungselektronik kündigte für das laufende Geschäftsjahr eine Verdopplung seines operativen Gewinns auf 280 Mrd. Yen an. Dazu sollen insbesondere das Geschäft mit der Spielekonsole Playstation 2 und die Restrukturierung der Elektronik-Sparte beitragen.

Mit seinem Ausblick liegt Sony über den bisherigen Erwartungen der Analysten, die im Schnitt 260 Milliarden Yen voraussagen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Sony einen Gewinneinbruch von 40 Prozent verzeichnet.

Auch der weltgrößte Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics hatte vergangene Woche für positive Nachrichten gesorgt. Die Südkoreaner gaben das beste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte bekannt und kündigten eine Steigerung der Investitionen an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%