Keine rasche Konjunkturerholung erwartet
Öffentliche Banken nur verhalten optimistisch

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) erwartet keine rasche Konjunkturerholung. Es gebe zurzeit noch keine Hinweise, dass es zu einer "durchgreifenden und schnellen Besserung der konjunkturellen Situation komme", sagte VÖB-Präsident Hans Dietmar Sauer am Donnerstag in Berlin.

vwd/rtr BERLIN. Der Zeitpunkt des Konjunkturaufschwungs sei schwer zu bestimmen, werde aber sicher nicht in der ersten Jahreshälfte 2002 liegen. Risiken wie die Ölpreisentwicklung könnten von heute auf morgen alle Prognosen zur Makulatur werden lassen.

Insgesamt gehe der VÖB aber von einer sich im Laufe des Jahres verbessernden Konjunktur aus. Die öffentlichen Banken blickten für ihr Geschäft "verhalten optimistisch" in das Jahr 2002. Es werde für die öffentlichen Banken kein leichtes Jahr werden, sagte Sauer. Sie befänden sich im Fahrwasser der privaten Banken, allerdings seien "Extremausschläge" wie bei diesen bei den öffentlichen Banken nicht zu erwarten. Die angestrebte Erhöhung des Ergebnisses bei den öffentlichen Banken hänge entscheidend von der Risikoentwicklung sowie der Investitionstätigkeit ab.

Bei den großen internationalen Firmen bestehe momentan ein größeres Risikopotenzial als bei den kleinen Firmen. Sollte sich eine Verschärfung der Lage in diesem Bereich ergeben, werde ein besseres Ergebnis nicht zu erzielen seien. Das gelte auch für den Fall, dass die Investoren nicht wieder stärker tätig würden, sagte Sauer.

Zudem kündigte der Bundesverband der Öffentlichen Banken Deutschlands an, dass die öffentlichen Geldinstitute Beteiligungen verkaufen wollen, solange sie dafür keine Ertrags- und Körperschaftssteuer zahlen müssen.

Insgesamt wuchs die Bilanzsumme aller öffentlichen Banken im vergangenen Jahr nach VÖB-Angaben um 3,5 Prozent auf 1932,9 Milliarden Euro und damit fast ebenso stark, wie die deutsche Kreditwirtschaft im Durchschnitt mit 3,6 Prozent. Ihr Marktanteil habe kaum verändert bei 31 Prozent gelegen.

Das Ergebnis der VÖB-Banken sei 2001 "insgesamt zufriedenstellend" ausgefallen. Der Zins- und Provisionsüberschuss als wichtigste Ertragsquelle habe sich moderat verbessert, hieß es im Jahresbericht des Verbandes. Dagegen habe der Einbruch an den Aktienmärkten aber das Finanzergebnis beeinträchtigt. Auch habe der konjunkturelle Abschwung die Risikovorsorge und damit das Bewertungsergebnis beeinträchtigt.

"Die VÖB-Banken planen in Erwartung einer sich verbessernden Konjunkturlage eine Ausweitung der Bilanzsumme und eine Erhöhung des Ergebnisses", formulierte der Verband die Ziele für 2002. Durch die fortschreitende Internationalisierung im Bankgeschäft und den 2005 weitgehenden Wegfall von staatlichen Risikogarantien werde es bei den öffentlichen Banken langfristig zu einer Neuorientierung der Geschäftspolitik kommen. Die Institute wendeten sich stärker der Verbriefung von Forderungen, Spezialfinanzierungen und Projektfinanzierungen zu.

Das Wohnungsbaugeschäft bleibt nach Einschätzung des VÖB auch 2002 vermutlich rückläufig, eine Trendwende zeichne sich nicht ab. Die VÖB-Banken hätten 2001 mit Darlehensauszahlungen in diesem Bereich um 3,1 Prozent unter Vorjahr gelegen. Das Neugeschäft habe sich aber überraschend gut entwickelt. Die VÖB-Banken hätten 11,4 Prozent mehr Darlehen für wohnungswirtschaftliche Zwecke zugesagt.

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