Keine Regel ohne Ausnahme
Aktien bringen mehr Ertrag als Renten

Die Erträge von Aktien schlagen auf lange Sicht die der Rentenpapiere. Diese Regel predigen Bankenexperten seit langem. Auch Helmut Kaiser und Holger Claessen stimmen dem in ihrer Untersuchung bei, die sie in der Märzausgabe der Zeitschrift "Die Bank" veröffentlicht haben.

ddp/vwd BERLIN. Doch manchmal liegen Anleger mit Rentenpapieren besser, stellen die Experten in ihrer Analyse fest, bei der sie die Entwicklung der Aktien-, Renten- und Geldmärkte von 13 verschiedenen Ländern untersucht haben - für Großbritannien geht diese Untersuchung sogar 300 Jahre zurück.

Renten brachten über mehrere Jahre dann höheren Ertrag als Aktien, wenn in den einzelnen Ländern große ökonomische Krisen oder Strukturprobleme festzustellen waren. Ein Paradebeispiel ist die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre, als Aktien in Deutschland im Durchschnitt 4,0 Prozent, Rentenpapiere jedoch 11,67 % erbrachten.

Entscheidend ist für den Renditevergleich die (erwartete) Inflation, schreiben die Experten. In Zeiten beschleunigten Preisauftriebs erzielen Anleger mit Rentenpapieren in der Regel durch die Kursrückgänge Verluste, während die Anlage in Aktien eine verhältnismäßig gute Absicherung gegen die Inflation darstelle. Dies gelte jedoch nur, wenn keine Hyperinflation wie etwa in Deutschland zu Beginn der 20er Jahre um sich greift.

Als grobe Faustregel ermittelten die Experten: Der Ertrag von Aktieninvestments liegt im langfristigen Mittel um 5 bis 6 % über der Inflationsrate, der im Rentenmarkt um 3 %. Bei hohen oder stark steigenden Inflationsraten (jedoch keine Hyperinflation) stehen Anleger sogar mit Geldmarktanlagen noch besser da als mit Rentenpapieren, da die Kursverluste beim Rentenmarkt den Vorteil der im Vergleich zum Geldmarkt höheren Verzinsung aufzehren.

Das bessere Investment stellen Rentenpapiere hingegen dar, wenn die Preise sinken (Deflation). Aktienanlagen leiden dann darunter, dass die Umsätze der Firmen abnehmen und sie nur schwer Preiserhöhungen durchsetzen können. Die Unternehmensgewinne treten daher auf der Stelle oder sinken sogar, wie es in Deutschland in den 30er Jahren der Fall war. Allerdings war dieser Vorteil bisher nie von langer Dauer. Für Zeiträume, die mehr als zehn Jahre umfassen, lag auch in ungünstigen Fällen die Aktienperformance im Vergleich zu Rentenpapieren im Plus, ermittelten die Experten.

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