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Keine Rettung durch Alan

Alan Greenspan kann den Kursverfall an der Wall Street nicht stoppen. Obwohl beide Indizes gestern nach der Notenbanksitzung bereits deutlich verloren, nehmen die Kursverluste heute weiter zu. Sowohl der Dow Jones Index als auch der Nasdaq Composite notieren im Minus. Microsoft zieht einmal mehr beide Indizes in den Keller. Außerdem treiben Procter & Gamble, American Express und Caterpillar den Dow Jones Index in die Minuszone, während der Nasdaq Composite unter Verlusten von Amgen und Immunex leidet.

Nach der gestrigen Notenbanksitzung melden sich jetzt die Analysten zu Wort. Tobias Levkovich von Salomon Smith Barney äußerte sein Unverständnis über die derart negative Reaktion auf die 50-Punkte-Senkung. Dies sei eine klare Übertreibung, so der Analyst. Auch Abby Cohen von Goldman Sachs schließt sich dieser Meinung an. Die Wall Street zeigt sich noch immer enttäuscht von der gestrigen Notenbankentscheidung. Statt einer Senkung um 50 Basispunkte hatten viele Analysten auf eine Zinssenkung um 75 Basispunkte spekuliert. Seit Jahresbeginn ist dies die dritte Zinssenkung. Auch die Tatsache, dass Greenspan in seiner Rede eine weitere Zinssenkung noch vor der nächsten Notenbanksitzung am 1. Mai nicht ausschloss, kann den Markt nicht beflügeln.

Der Verbraucherpreisindex ist im Februar 0,3 Prozent gestiegen und lag damit leicht über den Prognosen von 0,2 Prozent. Im Vormonat betrug die Steigerungsrate noch 0,6 Prozent. Die um die volatilen Bereiche Lebensmittel und Energie bereinigte Kernrate ist mit 0,3 Prozent unverändert geblieben. Durch die gesunkene Wachstumsrate ist die Inflationsgefahr vorerst gebannt. Die abkühlende Wirtschaft hat bereits dazu geführt, dass in vielen Bereichen die Preise gesenkt werden mussten.

Die Aktien der Brokerhäuser notieren nach der Veröffentlichung ihrer Quartalsergebnisse leicht im Plus. Während Lehman Brothers und Morgan Stanley Dean Witter die Gewinnprognosen leicht schlagen konnten, verfehlte Bear Stearns die Erwartungen um 18 Cents je Aktie.

Procter & Gamble, größter Dow Verlierer, will dem Wall Street Journal zufolge seine Belegschaft um 10 bis 20 Prozent abbauen, um Kosten zu sparen. Dies wäre die dritte Arbeitsplatzreduzierung innerhalb von drei Jahren. Bereits 1999 hatte der größte Hersteller von Haushaltsprodukten angekündigt, 15.000 Millionen Stellen zu streichen. Die Aktie verliert im Handelsverlauf über vier Prozent an Wert.

Auch Northwest Airlines hat Sparmassnahmen von 200 Millionen Dollar angekündigt. Im Gegensatz zu Procter & Gamble plant die Fluggesellschaft, die Gehälter des Managements um fünf Prozent zu kürzen. Außerdem sollen Flüge gestrichen werden. Northwest erwartet für das laufende Quartal einen Verlust von 150 Millionen Dollar. Die Aktie notiert nach der Meldung leicht im Plus. Auch der Konkurrent United Airlines liegt mit über vier Prozent im Minus.

Der Euro fiel im Vergleich zum Dollar auf ein neues Drei-Monatstief, nachdem die Zahlen für das Konsumentenvertrauen veröffentlicht wurden. Diese waren deutlich unter den Erwartungen ausgefallen.

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