Keine Rettung für die Fertigbau-Sparte – Heftige Kritik am Ex-Vorstandschef
Holzmann-Tochter Imbau ist pleite

Nach dem Konkurs des Baukonzerns Holzmann hat nun auch dessen Tochter Imbau Insolvenz angemeldet. Daneben laufen die Gespräche zur Übernahme anderer Töchter auf Hochtouren.

jkn FRANKFURT/M. Freud und Leid liegen bei der insolventen Philipp eng beieinander. Während die Fertigbau Imbau Industrielles Bauen GmbH-Tochter gestern Insolvenzantrag stellen musste, können die Mitarbeiter der Straßenbau Deutsche Asphalt GmbH-Tochter vorerst aufatmen. Offenbar stehen die Verhandlungen über einen Verkauf der Gesellschaft kurz vor dem Abschluss.

Die gegenläufigen Entwicklungen bei den beiden Holzmann-Gesellschaften zeigen, unter welchem Zeitdruck der vorläufige Insolvenzverwalter Ottmar Herrman steht. Er muss schnellstens frisches Geld für die nicht von der Holzmann-Insolvenz betroffenen Töchter besorgen. Ansonsten drohen die ertragsreichen Teile des Frankfurter Baukonzern mit in den Sog der Pleite gerissen zu werden. Dies hätte negative Auswirkungen auf einen möglichen Verkauf der Holzmann-Perlen.

Besonders betroffen ist der Baudienstleister HSG. Nach Informationen aus Bankkreisen laufen zur Zeit intensive Gespräche über neue finanzielle Mittel für die HSG. Gleichzeitig würde über einen Verkauf des Dienstleisters verhandelt, heißt es im Umfeld des Insolvenzverwalters. Interesse wird Hochtief sowie BilfingerBerger nachgesagt.

Dagegen ist das Schicksal der amerikanischen Holzmann-Tochter J.A. Jones ungewiss. Die US-Banken von Jones verlangen umfassende Sicherheiten, bevor sie einen Kredit über 200 Mill. Euro verlängern. Ob es bereits Gespräche mit den Kreditgebern gibt, war nicht zu erfahren. Allerdings würden auch in diesem Fall intensive Verkaufsgespräche geführt, ist vom Verwalter zu hören. Als potenzielle Käufer gelten auch hier BilfingerBerger und Hochtief.

Am weitesten scheinen die Verkaufsverhandlungen bei der Deutschen Asphalt gediehen zu sein. Branchenkreise nennen die deutsche Gesellschaft des österreichischen Baukonzerns Strabag sowie den mittelständischen Spezialisten für Asphaltmischungen Basalt-Actien-Gesellschaft, Linz, als Interessenten. Beide bestätigen ein Interesse. "Es werden Gespräche geführt, der Ausgang ist aber offen", hieß es. Auch Verwalter Herrman sieht "die Verhandlungen mit potenziellen neuen Gesellschaftern in einer entscheidenden Phase".

Die Deutsche Asphalt beschäftigt etwa 1900 Mitarbeiter und soll im vergangenen Jahr bei einer Leistung von rund 400 Mill. Euro ein positives Vorsteuerergebnis erzielt haben. Nach Angaben des Insolvenzverwalters sind bereits 60 % der für das gesamte Jahr geplanten Bauleistung in den Orderbüchern.

Dagegen sieht es für die 2000 Mitarbeiter der Imbau nach dem Insolvenzantrag düster aus. Imbau gilt seit Jahren als Sorgenkind von Holzmann. Die Tochtergesellschaft ist spezialisiert auf Fertigbauteile und hatte ausgerechnet im schwierigen ostdeutschen Baumarkt massiv Kapazitäten aufgebaut.

Imbau soll im vergangenen Jahr bei einer Leistung von knapp 580 Mill. Euro einen Verlust von etwa 85 Mill. Euro eingefahren haben. In Bankenkreisen wird dem Holzmann-Management vorgeworfen, viel zu spät auf die Probleme reagiert zu haben. Dies wird vor allem dem Ende Januar in den Aufsichtsrat gewechselten Ex-Vorstandschef Konrad Hinrichs angelastet.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%