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Keine schnelle Lösung im Torhüterkonflikt

Jürgen Klinsmann sucht nach Möglichkeiten, Oliver Kahn und Jens Lehmann zu stärken, sieht jedoch im Moment keine schnelle Lösung für den Torwart-Konflikt.

dpa BERLIN. Jürgen Klinsmann sucht nach Möglichkeiten, Oliver Kahn und Jens Lehmann zu stärken, sieht jedoch im Moment keine schnelle Lösung für den Torwart-Konflikt.

Der Bundestrainer räumt im Fachmagazin "kicker" zwar einen Einfluss der Nationalmannschaft auf die mentale Situation seiner Spieler ein, will aber weiter seinen WM-Torhüter erst kurz vor dem Turnier 2006 benennen. "Wenn wir frühzeitig die Nummer eins bekannt gäben, würden wir ein Risiko eingehen", sagte Klinsmann. "Es gibt noch keinen Termin. Wir lassen es so laufen." Er und die gesamte sportliche Führung würden "von unserer Linie nicht abweichen, weil es so am fairsten ist".

Ob der verschärfte Konkurrenzkampf auf der Torhüter-Position wirklich einen negativen Einfluss auf die Leistung der Kandidaten habe, könnten nur Kahn und Lehmann selbst beantworten, meinte Klinsmann. Er räumte allerdings ein: "Aber natürlich beschäftigt einen die Nationalelf, sie ist das Nonplusultra. So entsteht schon ein Einfluss auf die mentale Situation. Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung: Wenn ich Probleme im Club oder in der Nationalelf hatte, bestand da ein Zusammenhang." Bayern Münchens Vorstandschef Karl- Heinz Rummenigge hatte die Situation in der Nationalelf konkret für den jüngsten Patzer von Kahn in der Champions League gegen Juventus Turin verantwortlich gemacht.

"Er macht sich da schon Gedanken drüber, wahrscheinlich zu viele. Ich habe das Gefühl, Oliver ist derzeit überkonzentriert und dadurch übermotiviert. Im Training aber war er zuletzt ein bisschen in sich gekehrt und ruhig", beschrieb Ex-Bundestorwart-Trainer Sepp Maier die Situation für Kahn. Oliver könne, seit Klinsmann da ist, nur noch verlieren. "Für den Jens Lehmann dagegen ist es doch einfacher. Er kann eigentlich nichts verlieren. Er kommt aus der Position der Nummer zwei, die er Jahre lang war", sagte Maier der Münchner "Abendzeitung".

Klinsmann betone seine Offenheit für "jede Diskussion", aber er sehe "im ersten Moment keine Lösung". Assistent Joachim Löw betonte in der SWR-Sendung "Sport im Dritten" im Hinblick auf die geplanten Gespräche beim Länderspiel am 17. November in Leipzig: "Wir nehmen es schon ernst, was die Vereine sagen und werden und damit auseinander setzen." Unmittelbar nach dem Iran-Länderspiel haben sich Löw und Klinsmann bereits per E-Mail bei den drei Torhütern Kahn, Lehmann und Timo Hildebrand gemeldet. "Wir haben unsere Gedanken geschildert und dass es für uns das Allerwichtigste ist, dass man respektvoll miteinander umgeht", berichtete Löw.

"Jeder bekommt seine Chance, und das haben wir intern auch so dargestellt. Ich glaube es sind noch an die 100 Spiele bis zur WM 2006 für jeden Spieler. Wir wollen den Konkurrenzkampf entfachen, wir wollen ihn auf jeder Position haben. Wir sind in einer Leistungsgesellschaft", betonte Löw. Maier sieht die Torhüter aber in einer anderen Position: "Du musst als Torhüter wissen, ob du die Eins bist, dann spürst du Vertrauen. Man wartet derzeit eigentlich bei jedem Spiel immer nur darauf, dass einer der Herren einen Fehler macht."

Klinsmann wird am 12. November sein Aufgebot für das nächste Testspiel gegen Kamerun bekannt geben. Wahrscheinlich wird er auf Lukas Podolski verzichten, der dafür mit dem 1. FC Köln zwei wichtige Zweitliga-Spiele bestreiten kann. Dafür soll Podolski im Dezember mit auf die Asien-Tour der DFB-Elf gehen. Stuttgart Andreas Hinkel fällt wegen Muskelfaserriss in Leipzig höchstwahrscheinlich ebenso aus wie die ebenfalls verletzten oder erkrankten Arne Friedrich, Sebastian Deisler, Andreas Görlitz und Frank Fahrenhorst.

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