Keine schweren Unfälle
Zakowski ist der neue "König vom Nürburgring"

Der Chef von Zakspeed-Racing gewann am Sonntag vor mehr als 100 000 Zuschauern zum vierten Mal nach 1997, 1999 und 2001 mit der Chrysler Viper GTS-R das 24-Stunden-Rennen.

dpa NÜRBURG: Bei der 30. Ausgabe des Langstrecken-Klassikers in der Eifel teilte sich Zakowski das Steuer mit dem zum Siegerteam 2001 gehörenden Pedro Lamy (Portugal) und Nordschleifen-Neuling Robert Lechner (Freilassing).

Mit der gut 550 PS-starken Viper ließ das Trio den Porsche 996 GT3 mit zwei Runden Vorsprung keine Siegchance. Jürgen Alzen (Betzdorf), Arno Klasen (Karlshausen), Markus Oestreich (Petersberg) und Timo Bernhard (Miesau) mussten sich mit dem zweiten Platz vor dem Team Wolfgang Destree (Zornheim), Kerstin Jodexnis (Hannover), Paul Hulverscheid (Wipperfürth) und Edi Althoff (Viersen) begnügen.

"Das ist wie Jet gegen Propeller-Maschine", charakterisierte Altmeister Harald Grohs aus Essen das ungleiche und im Rennverlauf eher langweilige Duell an der Spitze. Die Hubraum starke Chrysler Viper hielt die Porsche - und BMW-Armada bei idealer Witterung mit kontrollierter Offensive von Beginn an auf Distanz. Zakowski und seine Kollegen mussten nie die volle Leistung ihres Boliden abrufen und konnten Material schonend den Vorjahressieg wiederholen. "Drehmoment ist eben alles", meinte achselzuckend Oestreich aus dem Alzen-Team, das lange mit Lenkungsproblemen am Porsche 996 GT3 zu kämpfen hatte. Auf einen neuen Rundenrekord mussten Zakowski, Lamy und Lechner verzichten. Auf der 25,947 Kilometer langen Strecke aus Grand Prix Kurs und Nordschleife legte die Zakspeed-Viper 3658,527 Kilometer (141 Runden) zurück.

Die "Grüne Hölle" der Eifel bekam das bayerische Motorsport- Urgestein Hans-Joachim Stuck zu spüren. Der BMW-Pilot, der 1970 das erste Langstrecken-Rennen auf dem "Ring" gewonnen hatte, wollte bei seinem 50. 24-Stunden-Rennen aufs oberste Treppchen, doch er sah im Team von Johannes Scheid (Kottenborn) nicht einmal die Zielflagge. "Striezel", der nach dem BMW-Rückzug aus der American Le Mans Serie (ALMS) seit fünf Monaten arbeitslos war, konnte mit dem BMW M3 GTRS in der Startphase bei einem Boxenstopp der Chrysler Viper kurzfristig sogar die Spitze übernehmen. Doch schon nach 13 Runden rollte Team-Kollege Oliver Kainz (Kottenheim) mit Getriebeproblemen an die Box.

Nach gut zweistündiger, aufwendiger Reparatur ging der Scheid- BMW an 180. Stelle wieder ins Rennen und startete eine grandiose Aufholjagd. Bis auf den 19. Platz arbeiteten sich Stuck und Co. nach vorn. 3:24 Stunden vor dem Fallen der Zielflagge beendete Kainz mit einem Unfall im Streckenabschnitt Hatzenbach das Jubiläumsrennen von Stuck vorzeitig. "Das ist Racing. Gut das Kainz nichts passiert ist", kommentierte Scheid das vorzeitige Ende.

Insgesamt hatten bei der größten Motorsport-Veranstaltung der Welt 752 Profis und Amateure in 203 Tourenwagen das Rennen aufgenommen. Die Palette der Fahrzeuge reichte vom VW Polo über den Suzuki Swift bis hin zu den PS-starken Boliden wie den Porsche 996, den Nissan Skyline GT-R und die Chrysler Viper. Unfallfrei ging das 24-Stunden-Rennen nicht zu Ende, doch schwere Verletzungen der beteiligten Fahrer wurden nicht verzeichnet.

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