Keine Sexshops an Autobahnen
Beate Uhse hat Verlustbringer unter Kontrolle

Der Erotikanbieter Beate Uhse hat seine beiden Verlustbringer, das Online-Geschäft und die Großhandelstochter ZBF, unter Kontrolle bekommen und peilt für 2002 weiters Wachstum an.

Reuters HAMBURG. Vorstandschef Otto Christian Lindemann sagte am Montag, die Sparte New Media habe die Gewinnschwelle erreicht und werde 2002 ein deutlich schwarzes Ergebnis erzielen. ZBF in Wiesbaden bekomme "langsam Grund unter die Füße". 2001 habe Beate Uhse das reduzierte Ertragsziel von zehn Mill. ? beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erreicht und beim Umsatz die Zielmarke von rund 216 Mill. ? sogar leicht übertroffen.

Im Oktober hatte der Erotikanbieter seine Ergebniserwartungen vor Steuern für 2001 von 40 auf 20 Mill. DM halbiert und dabei das Umsatzziel von 424 Mill. DM bestätigt. Als Gründe für die Ertragsschwäche hatte Lindemann die Großhandelstochter ZBF und den Bereich Neue Medien hervorgehoben, der unter Umsatzausfällen in der Vermarktung von Inhalten und der Telefondienste zu leiden hatte. Für 2002 hatte Lindemann ein Ebit-Ziel von 21 Mill. ? und eine Umsatzsteigerung auf 250 Mill. ? genannt.

Ins laufende Geschäftsjahr sei Europas größter Erotikkonzern gut gestartet, sagte Lindemann. Trotz der im Einzelhandel zu Jahresanfang wegen der Euro-Umstellung geäußerten Skepsis, sei das Erotikgeschäft gut angelaufen. Lediglich in den beiden ersten Werktagen sei das Geschäft etwas schwächer gewesen. Insgesamt sei man mit dem Januar zufrieden, sagte der Beate-Uhse-Chef.

Weiter Expansion geplant

Als Wachstumsträger für 2002 hob Lindemann das Onlinegeschäft und den Versand von Erotikartikeln hervor. Das Versandgeschäft wachse in Deutschland wie in Europa. Als weiterer Schritt solle in diesem Jahr der Einstieg ins Versandgeschäft in den USA folgen.

Weitere Expansionsschritte plant Uhse in Frankreich, wo in diesem Jahr fünf bis sechs Sexshops eröffnet werden sollen. In Paris werde ein Standort für einen Laden gesucht. Für weitere Shops sollten im Osten Frankreichs entstehen. In Norwegen solle im Frühjahr ein Laden eröffnet werden.

In Deutschland stehe die Eröffnung von Sexläden an Autobahnen oder Autobahnkreuzungen nicht mehr im Zentrum der Strategie. Beate Uhse suche zwar weiter nach geeigneten Standorten. "Allerdings ist der Focus nicht mehr ganz so stark wie vor zwei Jahren", sagte Lindemann. Er machte deutlich, dass sich Beate Uhse nicht gänzlich von diesem Vorhaben verabschiedet habe. Nach den vor zwei Jahren bekannt gegebenen Plänen wollte Beate Uhse ähnlich dem Konzept der Schnellrestaurant-Kette McDonalds Artikel auch in Autobahnraststätten anbieten. Lindemann zufolge wurde bislang aber kein einziger Autobahnshop eröffnet.

Als Teil einer strategischen Neuausrichtung nannte Lindemann neben der Eröffnung weiterer Sexläden in guten Innenstadtlagen die Konzentration auf die Marke Beate Uhse. Neben der Hauptmarke Beate Uhse tritt der Konzern in anderen europäischen Ländern unter weiteren Marken auf. Anfang März solle die neue Strategie bekannt gegeben werden.

Außerdem plane Beate Uhse, das bislang nur auf deutschsprachige Länder ausgerichtete Onlinegeschäft stärker zu internationalisieren. "Wir werden demnächst Portale auf den Weg bringen, die den Zugang zu internationaler Kundschaft ermöglichen sollen."

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