Keine Spionage von Seiten Microsofts
Umstrittene Windows XP Aktivierungsprozedur entschlüsselt

Das Berliner Startup Fully Licensed GmbH hat die von Presse und Fachleuten sehr umstrittene Aktivierungsprozedur in Windows XP analysiert und festgestellt, dass der Softwareriese mit seiner Registrierungsnummer nur Informationen über Hardware des PC's übermittelt. Die Analyse ist allerdings als sehr fraglich anzusehen.

DÜSSELDORF. Bei der Aktivierungsprozedur in Windows XP wird neben unbedenklichen Informationen zur eingesetzten Hardware laut der Berliner Fully Licensed GmbH nur noch die Seriennummer der erworbenen "Kopie" von Windows XP an Microsoft übertragen. Die Aktivierung war in Verruf geraten, weil Microsoft die Art des Inhalts der übertragenen Daten nicht preisgeben wollte und es so Spekulation über mögliche "Spionage" von Seiten Microsofts gegeben hatte.

Microsoft rechtfertigt diese Prozedur mit der Unterbindung der Softwarepiraterie, welche in den letzten Jahren gerade im Geschäft mit Betriebssystemen die Überhand gewonnen hat. Auch hatten einige Anwender befürchtet, sich nach einer erfolgreichen Registrierung bei einem Austauschen der Hardware erneut registrieren zu müssen. Das Unternehmen deckte auf, dass Microsoft zehn Hardwaremerkmale bei dem errechneten Schlüssel berücksichtigt und erst auf eine Veränderung von dreien dieser Komponenten empfindlich reagiert, was heisst, dass eine neue Registrierung fällig wird.

"Die Untersuchung ist mit Microsoft abgesprochen und bestätigt worden," sagte Matthias Kunze, kaufmännischer Geschäftsführer von Fully Licensed im Gespräch mit Handelsblatt.com. "Angesichts der Unbedenklichkeit der erfassten Daten sind wir erstaunt, dass Microsoft nicht offener über den Aktivierungsmechanismus informiert", sagte Kunze.

Bei Aktivierung über das Internet werden viele Daten verschlüsselt übermittelt

Bei der ganzen "Studie" ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Fully Licensed GmbH nur eine Vorabversion von Windows XP (RC1) getestet hat. Außerdem wurde nur die Art der Übermittlung des Schlüssels per Telefon analysiert, die allerdings kaum ein Nutzer anwenden wird. Viel beliebter wird die Registrierung über das Internet sein. Bei dieser Prozedur verschlüsselt Microsoft die Daten bei der Übermittlung. Dabei wurde eine grössere Anzahl von Daten festgestellt, was darauf hindeutet, dass Microsoft noch andere Daten des Nutzers übermittelt.

Wie weit das Verfahren auf die Produktaktivierungsprozedur des Officeprogramms für XP anzuwenden ist, ist auch nicht festzustellen. Alles in allem ist die Analyse eher fraglich und die zukünftigen Nutzer von Windows XP sollten die Registrierung über das Internet mit Vorsicht angehen und sich nur über das Telefon registrieren.

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