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Keine Spur von gesuchtem Nagelbomber

Köln (dpa) - Bisher fehlt von einem im Zusammenhang mit dem blutigen Bombenanschlag in Köln gesuchten etwa 30 Jahre alten blonden Mann jede Spur. Laut Zeugen soll der Verdächtige kurz vor der Tat in Köln-Mülheim ein silberfarbenes Fahrrad am Explosionsort abgestellt haben.

Köln (dpa) - Bisher fehlt von einem im Zusammenhang mit dem blutigen Bombenanschlag in Köln gesuchten etwa 30 Jahre alten blonden Mann jede Spur. Laut Zeugen soll der Verdächtige kurz vor der Tat in Köln-Mülheim ein silberfarbenes Fahrrad am Explosionsort abgestellt haben.

An dem völlig zerfetzten Rad soll sich der Sprengkörper befunden haben. «Es ist keine heiße Spur, aber eine gute Spur. Wenn wir den Mann hätten, wäre das schon mal ein Erfolg», sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Am Mittwoch war eine Nagelbombe in einem belebten Wohn- und Geschäftsviertel gezündet worden, die 22 Menschen zwischen 17 und 68 Jahren verletzt hatte. Die Polizei ermittelt wegen mehrfachen Mordversuchs und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.

Der Mann soll laut Zeugenaussagen eine dunkle Baseballkappe und einen Rucksack getragen haben, teilten die Behörden mit. Es wurde eine Belohnung von 20 000 Euro ausgesetzt. Ein Polizeisprecher betonte aber: «Wir suchen den Mann nicht als Täter, es könnte ja auch sein, dass ihm der Sprengkörper aufs Rad gelegt wurde.» Die Zeugen- Angaben zu dem Mann reichten nicht für ein Phantombild. Es gebe weiterhin keine Hinweise auf einen terroristischen oder fremdenfeindlichen Hintergrund. Fast alle Opfer sind Türken.

Nach bisherigen Erkenntnissen haben der oder die Bombenleger auch Todesopfer in Kauf genommen. «Durch die Bauart ist nach menschlichem Verständnis davon auszugehen, dass der Täter mit einer Vielzahl von Toten gerechnet hat», sagte der Leitende Polizeidirektor Dieter Klinger. Der Sprengsatz müsse aber zunächst genau im Labor untersucht werden. Angesichts tausender Splitter und Metallteile werde es Tage dauern, bis ein Ergebnis vorliege. Aus Sicherheitskreisen verlautete, es sei schwierig, angesichts der Bauart der Bombe auf eine bestimmte Tätergruppe zu schließen. Inzwischen werde so viel über Sprengstoff berichtet, dass der Bau einer Bombe kein Geheimnis mehr sei.

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