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Keine Spur von vermisstem Felix

Der seit Samstag vermisste achtjährige Felix aus dem niedersächsischen Neu Ebersdorf bleibt trotz einer weiteren großen Suchaktion spurlos verschwunden.

dpa EBERSDORF. Der seit Samstag vermisste achtjährige Felix aus dem niedersächsischen Neu Ebersdorf bleibt trotz einer weiteren großen Suchaktion spurlos verschwunden. Mit zwei Hundertschaften hat die Polizei erfolglos ein riesiges Waldgebiet zwischen dem Wohnort des Achtjährigen und der Nachbargemeinde Hipstedt durchkämmt.

Dort war Felix am späten Samstagnachmittag auf einem Schulhof zum letzten Mal gesehen worden. Zu dem durchsuchten Areal gehört auch ein ehemaliges Militärgebiet mit zahlreichen gesprengten Bunkern.

Die Suchmannschaften konzentrierten sich am Montag auf mögliche Abkürzungen, die Felix auf dem Rückweg von Hipstedt quer durch den Wald zum Haus seiner Mutter genommen habe könnte. "Es ist nicht auszuschließen, dass ein Unfall passiert ist und der Junge irgendwo hilflos im Wald liegt", sagte Polizeisprecher Detlev Kaldinski. Felix war auf dem Hof seiner Schule in dem Nachbarort mit einem Freund verabredet gewesen, der gleichaltrige Junge war aber nicht gekommen.

Die Wohnung des Achtjährigen ist nur rund 3,5 Kilometer Luftlinie von dem Schulhof entfernt. Der offizielle Schulweg geht etwa sechs Kilometer lang an einer Landstraße um den Wald herum. Abkürzungen, die der Junge früher schon genommen haben soll, führen durch das so genannte Sperrzeugamt, eines der größten geschlossenen Waldgebiete im Elbe-Weser-Dreieck. In dem Gebiet befinden sich Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. "Da kann man schnell tief in ein Erdloch stürzen", sagte Kaldinski.

Parallelen zum Verschwinden des neun Jahre alten Dennis aus Osterholz-Scharmbeck im Herbst 2001 kann die Polizei nach eigenen Angaben nicht erkennen. Dennis war damals aus einem Schullandheim im Kreis Cuxhaven entführt und 14 Tage später ermordet gefunden worden. Der Junge wurde vermutlich Opfer eines Serientäters, der vier weitere Kinder getötet haben soll. "In allen Fällen wurden die Kinder nachts entführt, Felix verschwand am helllichten Tag", sagte Kaldinski.

Auch zum Fall der Anfang Mai aus Cuxhaven verschwundenen acht Jahre alten Levke kann es nach Polizeiangaben keinen Zusammenhang geben. Das Mädchen war Ende August ermordet im Sauerland in einem Wald von einem Pilzsammler entdeckt worden.

Nach Felix hatte bereits am Wochenende ein Großaufgebot von freiwilligen Helfern und Polizisten gesucht. "Wir haben immer noch Hoffnung, dass wir den Jungen lebend finden", sagte Kaldinski. Der Einsatz der Hundertschaften, Spürhunde und eines Hubschraubers zeige aber, dass die Polizei den Fall sehr ernst nehme und nichts ausschließen könne: "Wenn Kinder auf so mysteriöse Weise verschwinden, schrillen bei uns die Alarmglocken", meinte der Polizeisprecher.

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