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Keine Strafverfolgung gegen Wildmoser senior

München (dpa) - In der Schmiergeldaffäre um das neue Münchner Fußballstadion «Allianz Arena» sieht die Staatsanwaltschaft nur eine geringe steuerliche Schuld des früheren «Löwen»-Präsindenten Karl-Heinz Wildmoser senior.

Nach Abschluss der Ermittlungen gegen den 65-Jährigen werde deshalb von einer Strafverfolgung abgesehen, teilte die Staatsanwaltschaft München I mit. Der dringende Tatverdacht der Untreue und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr habe sich gegen dessen Sohn Karl-Heinz Wildmoser junior aber erhärtet. Er sitzt weiter in Untersuchungshaft.

Der zunächst auch gegen den Vater bestehende Verdacht der Beihilfe zur Untreue und Bestechlichkeit sei durch die Einlassungen aller bisher Beschuldigten nunmehr ausgeräumt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Dieses Ergebnis werde auch durch sonstige Erkenntnisse gestützt.

Beim Bau des Stadions sollen 2,8 Millionen Euro Schmiergeld geflossen sein, unter anderem an den Junior. Das neue Stadion, das vom FC Bayern und dem TSV 1860 München gemeinsam finanziert wird, soll bis April 2005 fertig gestellt sein. Dort soll auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 angepfiffen werden. Im Zuge der Affäre hatte Wildmoser senior sein Amt als Fußballpräsident beim TSV 1860 niedergelegt. Er hatte kurz in Untersuchungshaft gesessen, war dann aber gegen eine Kaution und Auflagen wieder frei gekommen. Ende April wurde der außer Vollzug gesetzte Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Wildmoser senior hatte stets seine Unschuld beteuert.

Im steuerlichen Bereich wäre die Schuld von Wildmoser senior gering zu bewerten, deshalb sei keine weitere Ahndung angezeigt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Diese Entscheidung habe man auch deshalb getroffen, weil der Senior vor einem Jahr zu einer Geldstrafe wegen Lohnsteuerhinterziehung verurteilt worden sei und mit diesem Urteil dann für das neuerliche Steuerdelikt eine Gesamtstrafe zu bilden gewesen wäre, hieß es.

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