Archiv
Keine Todesstrafe für Julia in Singapur

Die wegen Drogenhandels in Singapur inhaftierte Deutsche Julia ist nicht mehr von der Todesstrafe bedroht. Die Anklage gegen die 22-Jährige wurde am Donnerstag vor einem Bezirksgericht auf zwei minder schwere Fälle von Rauschgifthandel sowie Drogenbesitz- und konsum verringert.

dpa SINGAPUR. Der Richter stimmte zudem einer Freilassung gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet 93 250 ? zu. Angaben ihres Anwalts zufolge kommt die junge Frau "in ein paar Tagen" frei.

Julias Vater sagte, er sei sehr erleichtert über die Entscheidung. Er danke allen, die sich um seine Tochter gesorgt hätten. Die Mutter betonte, Julia werde in der Haft im Frauengefängnis gut behandelt.

Entscheidend für die Verringerung der Anklage war eine Analyse der in Julias Umfeld sichergestellten 687 Gramm Cannabis. Die Untersuchungen ergaben einen Anteil von nur 281 Gramm reinen Rauschgifts. Bei mehr als 500 Gramm wäre in Singapur die Todesstrafe nach zwingend vorgeschrieben gewesen. Die neue Anklageschrift gegen die 22-Jährige umfasst insgesamt 14 Punkte. Bei einer Verurteilung drohen ihr dennoch bis zu 20 Jahren Gefängnis. In Julias Umfeld waren neben dem Cannabis zahlreiche Designer-Drogen gefunden worden.

Drei Mitangeklagte aus Singapur, bei denen die Anklage ebenfalls verringert wurde, werden voraussichtlich weiter in Haft bleiben. Ihre Anwälte erklärten, dass deren Familien nicht genug Geld hätten, um die außergewöhnlich hohe Kaution zu hinterlegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%