Keine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt: Arbeitslosenzahl steigt weiter

Keine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt
Arbeitslosenzahl steigt weiter

Ein konjunktureller Aufschwung ändert nach Ansicht des Wirtschaftsforschers Hans-Werner Sinn wenig an der Arbeitslosigkeit. Der Chef des ifo Instituts sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", die Arbeitslosigkeit habe sich in den vergangenen 30 Jahren aufgebaut.

HB/dpa HAMBURG/BERLIN. "Wir hatten 1970 nur 150 000 Arbeitslose. In diesem Jahr erwarten wir 4,3 Millionen. Der Trend ist ungebrochen. Wir sind auf einem schiefen Gleis."

Der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Horst Siebert, sagte "Bild am Sonntag", angesichts der flauen Konjunktur sei er auch für den Arbeitsmarkt pessimistisch. "Wir werden im Jahresdurchschnitt wohl 4,25 Millionen Arbeitslose haben". Siebert ist noch bis Ende des Monats Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" rechnen die Arbeitsverwaltungen für Februar mit mehr als 4,7 Millionen Arbeitslosen. Die Hochrechnung für das gesamte Jahr steige auf einen Durchschnitt von etwa 4,4 Millionen Arbeitslosen. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement ging bisher von 4,2 Millionen im Schnitt aus.

Nach den Worten des Münchner ifo-Chefs Sinn wird ein neuer Aufschwung wenig an der Beschäftigungsmisere ändern, die Arbeitslosigkeit im nächsten Abschwung erneut höher sein als im jetzigen. "Der Konjunkturverlauf bringt nur eine Schwankung von rund 500 000", sagte Sinn. Nach seiner Einschätzung sind 85 Prozent der Arbeitslosigkeit struktureller Natur und nur 15 Prozent konjunkturbedingt.

CSU-Chef Edmund Stoiber sagte der "Welt am Sonntag", Deutschland erlebe die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte. "Wir haben über 300 000 Arbeitslose mehr als die Bundesregierung geplant hatte. Das bedeutet eine Mehrbelastung für die öffentlichen Haushalte von über 7 Milliarden Euro", sagte Stoiber der Zeitung. Gleichzeitig falle das Wirtschaftswachstum auf 0 Prozent. Er warf der rot-grünen Regierung Untätigkeit vor.

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