Keine Trendwende
Euro-Renten vor US-Arbeitsmarktdaten knapp behauptet

In Erwartung der US-Arbeitsmarktdaten haben die richtungweisenden europäischen Zinsfutures am Freitagvormittag knapp behauptet tendiert. Händler sagten jedoch, es handele sich dabei nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Tage nicht um eine Trendwende.

Reuters FRANKFURT. "Das ist kein negativer Trend", sagte ein Frankfurter Händler. "Wir suche lediglich eine gesunde Handelsspanne." Es dürfe nicht vergessen werden, dass der Markt seit rund zwei Wochen nahezu ununterbrochen deutlich nach oben laufe. Dass es zwischenzeitlich zu kleineren technischen Gegenreaktionen oder Gewinnmitnahmen komme, sei nicht verwunderlich. Generell sei der Handel ruhig. Alles waret auf die Arbeitsmarktdaten.

Das US-Arbeitsministerium wird die Zahlen gegen 14.30 Uhr MEZ bekannt geben. Falle die Zahl der neu geschaffenen Stellen gering aus und steige die Arbeitslosenquote tatsächlich, wie von Volkswirten prognostiziert auf 4,0 % von 3,9 % an, werde dies die Rentenmärkte in den USA und auch in Europa stützen, hieß es in Frankfurt. "Das wäre ein weiteres Puzzleteilchen für das immer vollständiger werdende Bild einer sich abkühlenden US-Konjunktur", sagte ein Analyst. Zurückgehendes Wachstum, verbunden mit sinkender Inflationsgefahr durch einen sich langsam entspannenden Arbeitsmarkt erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die US-Notenbank im kommenden Jahr. "Das ist dann ein klassisches Rentenszenario", sagte ein Händler.

Sofern sich der Arbeitsmarkt aber stark präsentiere, sei zumindest bei den US-Staatsanleihen mit einem regelrechten Ausverkauf zu rechnen. "Dann gehen die ganzen Mittel, die bislang im sicheren Hafen der Festverzinslichen gelegen haben wieder in die Aktien", sagte ein Händler. Es sei unübersehbar, dass zumindest ein Teil der Rentenmarkt-Rally auf der schlechten Entwicklung der Aktien basiere. Sobald dort der Boden gefunden sei, würden die Kurse der Festverzinslichen vermutlich ohnehin wieder zurückgehen.

Gegen 11.50 Uhr MEZ notierte der Euro-Bund-Future nach einem Minus von vier Ticks bei 107,76 Punkten. Der Bobl-Kontrakt hingegen stieg um zwei Ticks auf 105,12 Punkte. Am kurzen Ende lag der Schatz-Future mit einem Tick im Plus 102,27 Punkten.

In der Kasse notierte die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 am Vormittag bei 102,35 %, nach einem Vortagesspätkurs von 102,39 %.

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