Keine Trendwende in Sicht
Dax-Ausblick: Börsianer erwarten nur wenige Lichtblicke

Die Börsianer blicken auf die kommende Woche am deutschen Aktienmarkt überwiegend skeptisch und teils gar pessimistisch. Nur vereinzelt werden halbwegs hoffnungsfrohe Ansätze angedeutet.

ddp.vwd. BERLIN. Die GZ-Bank in Stuttgart geht davon aus, dass sich ein langfristig positiver Trend an den deutschen Börsen nicht ausmachen lässt. Es bleibe unklar, ob die gegenwärtige Abschwächungsphase sich langsam ihrem Ende nähert. Derzeitige "Überreaktionen" an der Börse blieben von temporärer Bedeutung. Dies zeige beispielsweise der Effekt der nicht so drastisch wie erwartet ausgefallenen Gewinnwarnung von Motorola, der am deutschen Markt für zeitweilig recht gute Stimmung sorgte.

Die GZ-Bank sieht in einer solchen "Strohhalmphilosophie" allenfalls erste vorsichtige Anzeichen einer Stabilisierung. Für eine nachhaltige Trendwende seien jedoch noch deutlichere Impulse von makro- und mikroökonomischer Seite nötig. Bis dahin würden die Aktienmärkte sich weiterhin äußerst volatil zeigen.

In der kommenden Woche werden Investoren gebannt auf die Geschäftszahlen von Technologie-Schwergewichten blicken. So berichten unter anderem Microsoft, Intel, SAP, Nokia, Sun Microsystems und Ericsson über ihre Quartalsergebnisse. Sie sollen zeigen, wohin die Reise geht. Positive Nachrichten von Motorola, Yahoo! und Microsoft sorgten schon in der zurückliegenden Woche in Deutschland kurzfristig für gute Stimmung. Doch schon Stunden später flaute die Euphorie ab. Das zeigt: Niemand will die Trendwende verpassen, aber alle sind skeptisch, ob sie wirklich da ist.



Ob die neuen Zahlen für Klarheit sorgen, ist ungewiss. Denn ein Erreichen der gesenkten Prognosen allein ist keinesfalls ein Kaufkriterium, mahnt die GZ-Bank - und bezeichnet die positiven Reaktionen als "Strohhalmphilosophie". Zudem wachsen allmählich leise Zweifel, ob die aggressiven Zinssenkungen der US-Notenbank helfen können, die Konjunkturschwäche nachhaltig zu überwinden. Die US-Aktienindizes dümpeln auf dem Niveau von Mitte April, als der Zinssatz für Tagesgeld noch bei fünf Prozent stand.

Noch keine Entwarnung für die Börsen

Die Analysten der Hamburger Berenberg Bank schätzen, dass die negativsten Nachrichten speziell aus dem Technologiesektor der Vergangenheit angehören und das zweite Quartal die schwächsten Gewinnwachstumsraten für das Gesamtjahr aufgewiesen habe. Für die Zukunft erwarten sie Besserungstendenzen. Eine Entwarnung für die Börsen könne jedoch noch nicht gegeben werden.

Das Bankhaus Ellwanger & Geiger in Stuttgart rechnet mit weiteren Gewinnwarnungen von Unternehmen und entsprechenden Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Auch die lahmende Konjunktur bereite Sorgen. Eine Zinssenkung von mindestens 1,0 bis 1,5 Prozent durch die Europäische Zentralbank wären nötig, um als "zündender Funke für die Konjunktur" und für die Börsen zu wirken. Für den Deutschen Aktienindex (Dax) sehen die Stuttgarter dennoch "eine gewisse Hoffnung aufkeimen", wenn er sich dem allerdings weiter gegebenen Abwärtstrend Richtung 5500er Marke wiedersetzen kann.

Steigende Kurse rein technische Reaktion

Die in den vergangenen Tagen etwas besseren Kurse der Technologieaktien seien eine rein technische Reaktion, die fundamental nicht begründet sei. Spannend werde die Entwicklung der Pharma- und Chemiebranche wegen des Kaufvorhabens von Aventis Cropscience durch Bayer . Die bereits begonnene bessere Performance bei Daimler-Chrysler könne sich fortsetzen. Insgesamt bleibe die Stimmungslage nach wie vor sehr abwartend, doch dürfte "das Schlimmste hinter uns liegen", hieß es.

Die Experten der Frankfurter Commerzbank erkennen "erste Lichtblicke" nach den positiven Quartalsergebnissen aus den USA. Kurzfristig werde am Markt noch mit einer hohen Volatilität zu rechnen sein, mittelfristig könnten zunehmende positive US-Konjunkturdaten den Aktienmärkten wieder Auftrieb geben. Die Commerzbank empfiehlt Aktienkäufe unter anderem von Linde , Allianz , Bayer , Deutsche Telekom, Schering und .

Die aktuellen Einschätzungen der DG-Bank:

DG Bank

Unternehmen

Gewinn 2000

Gewinn 2001

Gewinn 2002

Anlageurteil

Adidas

-Salomon
4,545,356,18halten
Allianz10,8816,618,52halten

BASF

2,583,293,97halten
Bay.Hypo-Vereinsbk.3,84,475,19halten

Bayer

1,972,52,91verkaufen

BMW

2,32,62,85halten

Commerzbank

1,852,262,53halten

DaimlerChrysler

0,53,595,3halten
Degussa1,41,491,7verkaufen

Deutsche Bank

5,626,467,41kaufen
Deutsche Post1,51,41,45verkaufen
Deutsche Telekom-0,360,010,37verkaufen
Dresdner Bank1,822,19 verkaufen

E.ON

33,43,7kaufen

Epcos

3,74,024,72verkaufen

FMC

2,773,263,71halten

Henkel

Vz.
3,423,894,43halten

Infineon

Technologies
-0,640,471,5halten

Linde

2,83,13,5halten

Lufthansa

1,51,71,92verkaufen

MAN

2,042,272,88halten

Metro

1,221,341,47halten
Münchener Rück912,213halten
Preussag2,072,322,38verkaufen

RWE

2,252,42,8kaufen

SAP

3,034,154,6halten

Schering

2,022,442,73halten

Siemens

2,623,574,6halten
Thyssen Krupp11,41,35halten

VW

6,47,47,75halten
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