Keine Überraschung im Damen-Wettbewerb
Popp wieder im Wimbledon-Viertelfinale

Am verregneten "Tag der Deutschen" in Wimbledon hat Alexander Popp die Ruhe bewahrt und sich zum zweiten Mal nach 2000 ins Viertelfinale gekämpft. Der Tennisprofi aus Mannheim besiegte am Montag in London den Belgier Olivier Rochus mit 5:7, 6:3, 6:4, 6:2.

HB/dpa LONDON. Damit zeigte der 26-Jährige zugleich seinem Kollegen Rainer Schüttler, der gegen den Niederländer Sjeng Schalken vor einer ungleich schwereren Aufgabe stand, den Weg in die Runde der letzten Acht.

Popp trifft in der Runde der letzten Acht am Mittwoch auf Mark Philippoussis aus Australien, der den Amerikaner Andre Agassi mit 6:3, 2:6, 6:7 (4:7), 6:3, 6:4 ausschaltete. "Er ist kein Greenhorn mehr und weiß, was für eine Chance er jetzt hat", spornte Boris Becker am ARD-Mikrofon jenen Deutschen an, der es sich jetzt im "Wohnzimmer" des dreimaligen Wimbledonsiegers bequem machen will. Am spielfreien Sonntag inspizierte Popp mit seinem Trainer Helmut Lüthy schon einmal den Center Court und schoss Erinnerungsfotos.

Am Montag kamen der Wolkenbruch und die folgende, 78 Minuten dauernde Pause beim Stand von 5:7, 40:40 bei eigenem Aufschlag für Popp wie gerufen, denn der Tennis-Riese war denkbar schlecht in sein Viertrunden-Match gestartet. Dabei hatte ihm Becker leichtes Spiel prophezeit: "Er ist der schwächste Gegner, den er im Achtelfinale kriegen konnte." Im Duell "David gegen Goliath" überragte Popp seinen Konkurrenten 36 Zentimeter - doch daraus schlug er zunächst kein Kapital. "Das ist ein absoluter Mülltag. Ich bin schon mit dem falschen Bein aufgestanden", schimpfte er.

In der Partie, die wegen des schlechten Wetters schon mit 82 Minuten Verspätung begonnen hatte, versuchte Popp, den wieselflinken Rochus unter Druck zu setzen. Mit gewachsenem Selbstvertrauen nach acht Monaten Verletzungspause wagte sich der 2,01 Meter große Hüne mehr als sonst ans Netz. Doch das offensive Spiel war im ersten Satz gepaart mit vielen leichten Fehlern. Erst nach der Regen-Unterbrechung und einem ungewohnten Wutanfall fand Popp zu seinem Spiel. Und Rochus - ein Typ wie Schüttler - musste der körperlichen Überlegenheit seines Widerparts Tribut zollen.

Im Damen-Wettbewerb stehen die "üblichen Verdächtigen" im Viertelfinale: French-Open-Siegerin Justine Henin-Hardenne und ihre Freundin Kim Clijsters, Venus Williams und ihre Schwester Serena, die 99er Siegerin Lindsay Davenport und Jennifer Capriati (USA). Die zweimalige Wimbledonsiegerin Venus Williams revanchierte sich mit einem 6:1, 6:3-Sieg gegen Wera Zwonarewa aus Russland für die in Paris erlittene Achtelfinal-Pleite und muss sich nun mit Davenport auseinander setzen.

Clijsters schlug ihre Doppelpartnerin Ai Sugiyama aus Japan 6:3, 6:2. Titelverteidigerin Serena Williams fegte Jelena Dementjewa mit 6:2, 6:2 vom Platz und bekommt es nun mit Capriati zu tun, die Anastasija Myskina mit 6:2, 6:3 besiegte. Fünf Russinnen im Achtelfinale - das ist Grand-Slam-Rekord. Aber in die Runde der letzten Acht kann nur noch die Siegerin des Duells zwischen Maria Scharapowa und Swetlana Kuznetzowa einziehen.

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