"Keine unlösbaren Schwierigekeiten"
Allianz sieht EU-Entscheidung zu Dresdner gelassen

Allianz-Vorstandschef Henning Schulte-Noelle ist auch nach der Verschiebung der Entscheidung der europäischen Wettbewerbsbehörden zu der geplanten Übernahme der Dresdner Bank zuversichtlich, dass die EU-Kommission die Transaktion genehmigen wird.

Reuters MÜNCHEN. "Wir sind ganz gelassen. Die Diskussionen dauern noch an, aber wir glauben nicht, dass es zu unlösbaren Schwierigkeiten kommen wird", sagte Schulte-Noelle am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters am Rande eines Bankenkongresses in München. Er sei auch zuversichtlich, dass der Zeitplan der Dresdner-Übernahme eingehalten werden könne. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Am Mittwoch hatte die EU-Kommission ihre Entscheidung über die geplante Übernahme der drittgrößten deutschen Bank durch den größten Versicherer um elf Tage auf den 20. Juli verschoben. Es gebe noch Rückfragen, weil ein Zusammenschluss zu einem Allfinanzkonzern auch für die Kommission ein neues Modell sei, sagte eine Allianz-Sprecherin. Nach den bisherigen Plänen soll - die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden vorausgesetzt - die Transaktion bis zum 23. Juli abgeschlossen sein.

Dem Übernahmeangebot zufolge sollen die Anteilseigner der Dresdner Bank für zehn eigene Papiere eine Allianz-Aktie und 200 Euro in bar erhalten. Die Angebotsfrist läuft bis zum 13. Juli. Schulte-Noelle sagte, er gehe davon aus, das die Aktionäre der Dresdner Bank das Übernahmeangebot mit großer Mehrheit annehmen würden.

Die anhaltende Schwäche der Kapitalmärkte, die auch die Ergebnisse der Banken belastet, sieht Schulte-Noelle nicht als Rückschlag für die geplante Übernahme. Er sei auch nicht besorgt darüber, dass die Allianz mit dem Zukauf Kreditrisiken in die Bilanz nehme. "Insgesamt stehen wir besser da, weil es zu einer Ausbalancierung des Portfolios kommt", sagte Schulte-Noelle. "Ich glaube, dass die Aktie als Wertpapieranlage langfristig eine große Bedeutung haben wird." Zusammen mit der Reform der Altersvorsorge werde ein immenser Markt geschaffen, von dem ein integrierter Finanzkonzern profitieren werde.

Sorge bereiten der Allianz allerdings die Spekulationen über eine Besteuerung der Beteiligungsverkäufe über die Gewerbesteuer, für die sich offenbar einige Bundesländer eingesetzt haben. "Das wäre ein ganz verheerendes Signal, wie die erste Reaktion der Märkte schon gezeigt hat", sagte Schulte-Noelle auf dem Wirtschaftskongress. Er gehe aber davon aus, dass die Bundesregierung nicht nachgeben werde. Ein Regierungssprecher hatte bereits erklärt, dass die geplante Befreiung von Beteiligungsverkäufen nicht umgestoßen werde. Von der Unternehmenssteuerreform profitieren vor allem Konzerne wie die Allianz oder die Großbanken, die ein weit verzweigtes Beteiligungsportfolio halten.

Die Allianz-Aktien notierten am Freitagmittag mit gut 1,6 Prozent im Minus bei 334,50 Euro. Dresdner-Bank-Titel gaben 0,87 Prozent nach auf 52,68 Euro. Zur gleichen Zeit lag der Dax mit 1,23 Prozent im Minus bei 5925 Punkten.

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