Keine Verbindung zu den Terroranschlägen in den USA
Angeklagte sollen Anschlag auf Straßburg geplant haben

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat Anklage gegen fünf in Frankfurt am Main verhaftete mutmaßliche Islamisten erhoben, die im vergangenen Jahr einen Anschlag auf einen öffentlichen Platz in Straßburg geplant haben sollen. Vier der Angeklagten werde Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie die Verabredung zu einer Sprengstoffexplosion und Mord zur Last gelegt, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit.

afp KARLSRUHE. Gegen den fünften Verdächtigen sei wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung Anklage erhoben worden. Konkrekte Verbindungen zu den Terroranschlägen in den USA bestehen demnach bisher nicht.

Durch die Festnahme der vier Angeschuldigten Lamine H., Aeurobi B., Salim B. und Samir K. am 26. Dezember vergangenen Jahres konnte nach Ansicht des Generalbundesanwalts der in Straßburg geplante Anschlag verhindert werden. Den Angaben zufolge hatten die vier Hauptverdächtigten im Vorfeld den dortigen Weihnachtsmarkt sowie einen weiteren Platz mit einer Videokamera beobachtet. Der Straßburger Weihnachtsmarkt dauert bis Silvester. Sie hatten sich den Ermittlungen zufolge zuvor mehrere Wochen "intensiv" mit der Vorbereitung des in Straßburg geplanten Anschlages und weiterer Anschläge beschäftigt. Der fünfte Angeschuldigte Samir S. wurde im April dieses Jahres festgenommen.

Sprengzünder und Schusswaffen sichergestellt

Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen in Frankfurt wurden den Angaben zufolge unter anderem Brennstoffe und Grundstoffe zur Herstellung eines Explosivstoffes sichergestellt. Daneben fanden sich dort demnach auch Sprengzünder, Anleitungsbücher zur Herstellung und Verwendung von Sprengsätzen, elf Schusswaffen und eine Vielzahl falscher Identitätspapiere. Die vier zuerst festgenommenen mutmaßlichen Islamisten hatten laut Bundesanwaltschaft bereits mit der Herstellung der Sprengstoffe und deren Zünder begonnen.

Alle fünf Angeschuldigten gehörten der Anklageschrift zufolge einer spätestens seit Herbst 2000 vornehmlich im Raum Frankfurt tätigen terroristischen Vereinigung an. Sie absolvierten demnach alle ab 1998 Schulungen in Ausbildungslagern in Afghanistan. Nach ihrer Rückkehr nach Europa hätten sie sich in der lokalen Vereinigung in Frankfurt in einer "nach außen abgeschotteten, konspirativ arbeitetenden Zelle" zusammengeschlossen.

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