Keine Vergleichszahlen vorgelegt
Allianz hält trotz Anschlagsschäden an Prognosen fest

Die Münchener Allianz muss aus den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center (WTC) größere Schäden verkraften als erwartet, hält aber an ihrer Prognose für das Jahr 2001 fest. Der Schadenaufwand auf eigene Rechnung liege bei 1,5 Mrd. Euro statt der bislang veranschlagten einen Milliarde Euro, teilte Europas größter Versicherungskonzern am Mittwoch in München mit.

Reuters MÜNCHEN. Dennoch erwarte die Allianz 2001 einen Jahresüberschuss von rund 1,7 Mrd. Euro. Der Gewinn fiel in den ersten neun Monaten mit 1,32 Mrd. Euro höher als von Analysten geschätzt aus. Ihre Prognosen lagen im Mittel bei 1,14 Mrd. Euro. Die Allianz-Aktien büßten 2,2 % auf 272,52 Euro ein.

Vergleichszahlen für neun Monate legte der Konzern nicht vor. Im gesamten Jahr 2000 hatte die Allianz, um Sondereffekte bereinigt, 2,39 Mrd. Euro verdient. Im dritten Quartal 2001 musste die Allianz nach den Anschlägen vom 11. September nach Angaben von Finanzvorstand Helmut Perlet allein 45 Mill. Euro Verlust hinnehmen.

Die Beitragseinnahmen der Allianz lagen in den ersten neun Monaten mit 54,9 (50,9) Mrd. Euro um acht Prozent über den Einnahmen von Januar bis September 2000. Um Konsolidierungs- und Wachstumseffekte bereinigt, habe das Beitragswachstum bei 6,2 % gelegen, hieß es. Für das gesamte Jahr 2001 rechnet die Allianz mit sieben Prozent mehr Beiträgen.

Die seit dem 23. Juli erstmals bei der Allianz konsolidierte Dresdner Bank trug zum Ergebnis 314 Mill. Euro bei. 237 Mill. Euro davon entfielen nach Angaben von Perlet auf Neubewertungen und anderer Bilanzierungsvorschriften für die Versicherungsbranche. Der Überschuss der Dresdner Bank nach IAS habe zeitanteilig bei 104 Mill. Euro gelegen, von dem 77 Mill. Euro auf die Allianz entfielen. Die Bank profitierte nach eigenen Angaben im Quartal von einem deutlich verbesserten Ergebnis aus Finanzanlagen. Die Allianz ist mit 77,7 % an der Dresdner Bank beteiligt und stockt diesen Anteil 2002 auf 96,6 % auf.

Die Allianz hatte die Schäden aus dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center zunächst auf rund 700 Mill. Euro beziffert und die Zahl später auf eine Milliarde Euro nach oben korrigiert. Statt eines anvisierten Gewinnanstiegs auf 2,7 von 2,4 Mrd. Euro rechnete der Versicherungskonzern seitdem mit einem Rückgang auf 1,7 Mrd. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten für das dritte Quartal, in dem die geschätzten Schäden voll enthalten sind, deshalb im Mittel einen Verlust von 238,3 Mill. Euro nach Steuern erwartet. Allerdings lagen die Schätzungen weit auseinander.

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