"Keine Verhandlungen"
Tiscali spricht derzeit nicht über Verkauf

Der Internet-Anbieter dementierte einen Zeitungsbericht, wonach ein Verkauf des Unternehmens an T-Online oder Wanadoo erwogen werde.

rtr MAILAND. Der zweitgrößte europäische Internet-Anbieter Tiscali steht derzeit eigenen Angaben zufolge nicht zum Verkauf. Das Unternehmen dementierte damit einen Zeitungsbericht, wonach bei Tiscali ein Verkauf an die Konkurrenten T-Online oder Wanadoo bis Jahresende erwogen werde. "Es finden derzeit weder Verhandlungen statt, noch bestehen Kontakte mit Wanadoo oder T-Online über einen Verkauf der Firma", teilte das in Sardinien ansässige Unternehmen am Montag mit. Tiscali sei angesichts eines gerade begebenen 150-Millionen-Euro-Bonds mit ausreichend Kapital ausgestattet und erwarte einen positiven Kapitalfluss zum Jahresende.

Die "Financial Times" zitierte in ihrer Montagausgabe aus einem Bericht der französischen Zeitung "Les Echos", wonach ein Tiscali-Manager den zur Deutschen Telekom gehörenden europäischen Marktführer T-Online und den zur France Telecom gehörenden drittgrößten Anbieter Wanadoo als Käufer sieht. Der geschäftsführende Präsident von Wanadoo, Nicolas Dufourq, sagte der Zeitung, bislang habe Tiscali-Chef Renato Soru sein Unternehmen noch nicht zum Kauf angeboten. "Aber wenn es kommen würde, würden wir uns das anschauen", zitierte die Zeitung den Wanadoo-Manager. Eine Sprecherin von T-Online wollte sich am Montag nicht zu dem Bericht äußern.

Im vergangenen Jahr hatte Tiscali einen aggressiven Wachstumskurs auf dem europäischen Internetmarkt gefahren und zahlreiche Anbieter zugekauft. Die Kundenzahl des beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zuletzt in die Gewinnzone vorgerückten Unternehmens betrug zuletzt rund 7,4 Millionen. Zum Jahresende werden acht Mill. Kunden angestrebt. In der Internet-Branche wird vor dem Hintergrund wenig tragfähiger Geschäftsmodelle und der eingetrübten Stimmung gegenüber Internet-Unternehmen mit einer weiteren Konsolidierung gerechnet. Vor allem T-Online sucht noch nach Akquisitionszielen in Europa. Bis zuletzt sah Unternehmenschef Thomas Holtrop die Zeit für Zukäufe allerdings noch nicht als reif an. Die für Akquisitionen zur Verfügung stehenden Mittel beliefen sich bei T-Online Ende März 2002 auf mehr als 3,6 Mrd. ?.

An der Mailänder Börse kletterten Tiscali-Aktien in einem freundlichen Marktumfeld 1,8 % auf 6,24 ?. Auch T-Online legten 1,8 % auf 8,08 ? zu. Wanadoo behaupteten sich bei 4,65 ?.

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