Keine Waffenruhe
250 Tote bei Maoisten-Angriff in Nepal

Bei dem Angriff auf einen Militärstützpunkt in West-Nepal sind nach Medienberichten 250 Menschen ums Leben gekommen.

dpa KATHMANDU. Die nepalesische Tageszeitung "Kantipur" meldete am Freitag, in Gam (Distrikt Rolpa) seien bis Donnerstagnacht die Leichen von 170 mutmaßlichen Maoisten und 81 Soldaten und Polizisten geborgen worden. Unter den Opfern seien auch zwei Zivilisten. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium noch von 150 getöteten Maoisten sowie 35 Soldaten und Polizisten gesprochen.

Ministerpräsident Sher Bahadur Deuba wies unterdessen in einem Interview des US-Nachrichtensenders CNN ein Waffenruhe-Angebot der Rebellen zurück. Den Maoisten könne man nicht trauen. Gespräche könnten erst beginnen, wenn die Rebellen ihre Waffen niedergelegt und der Gewalt abgeschworen hätten. "Sie töten unschuldige Menschen. Sie haben uns betrogen und Friedensgespräche vor sechs Monaten boykottiert", sagte Deuba zur Begründung.

Deuba hat sich bei einem Besuch in Washington um amerikanische Unterstützung bemüht. US-Präsident George W. Bush hatte am Dienstag nach einem Treffen mit Deuba gesagt, er wolle "auf vielfache Weise helfen". Die USA erwägen nach Angaben von Regierungssprechern, dem Land Militärhilfe zu leisten.

Der am Dienstag angegriffene Armeeposten in Gam liegt drei bis vier Stunden Fußmarsch von einem Ausbildungslager der Rebellen entfernt, gegen das die Armee vor einer Woche eine Offensive eingeleitet hatte. In dem Camp von Lisne Lekh starben nach Angaben des Verteidigungsministerium schätzungsweise 350 Untergrundkämpfer. Die Medien hatten von mehr als 600 Toten berichtet.

Nach ihren schweren Verlusten hatten die Maoisten eine einseitige Waffenruhe angeboten. Vom kommenden Mittwoch an sollten die Waffen schweigen, hieß es in einem Fax, das am Donnerstag bei den nepalesischen Medien eingegangen war.

Die Rebellen kämpfen seit sechs Jahren für die Errichtung einer kommunistischen Volksrepublik in dem Himalaja-Königreich. Bislang sind mindestens 4400 Menschen ums Leben gekommen. Die Maoisten verlangen mehr Entwicklung in den extrem armen ländlichen Regionen. Sie finanzieren sich durch Banküberfälle und Schutzgelderpressungen.

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