Keine weitergehende Unterstützung: Nato-Anforderung für Türkei an Berlin

Keine weitergehende Unterstützung
Nato-Anforderung für Türkei an Berlin

Deutschland und die anderen Nato-Partner sollen bis zum Freitag ihre Beiträge zum militärischen Schutz der Türkei melden. Diese Bitte habe das Bündnis an alle 19 Staaten der Allianz übermittelt, erklärte am Mittwoch ein Sprecher des militärischen Nato-Hauptquartiers (SHAPE) bei Mons in Belgien.

HB/dpa BERLIN. Deutschland stelle ein Drittel der Besatzung in den AWACS- Aufklärungsflugzeugen und habe Patriot-Raketen geliefert, sagte Steg. Damit seien die deutschen Bündnisverpflichtungen erfüllt. Der Anforderungskatalog sei am Vormittag im Verteidigungsministerium eingegangen und werde jetzt geprüft.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums dementierte einen Zeitungsbericht, wonach sich deutsche Elitesoldaten zum Training in Kuwait aufgehalten haben. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" sollen die Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) vor drei Wochen gemeinsam mit US-Soldaten die Rettung von abgeschossenen Piloten hinter feindlichen Linien geübt haben.

Der Regierungssprecher gab sich überzeugt, dass der Irak spätestens an diesem Samstag mit der Vernichtung umstrittener Raketen beginnen wird und damit einer Aufforderung des Chefs der UN - Waffeninspektoren, Hans Blix, nachkommt.

"Wir erwarten eine Antwort bis Ende der Woche", sagte der SHAPE-Sprecher. Anfang kommender Woche solle die konkrete Einsatzplanung beginnen. Bei der SHAPE-Anfrage geht es um den Einsatz von AWACS- Aufklärungsflugzeugen und Abwehrsystemen vom Typ Patriot sowie die Entsendung von Einheiten gegen biologische und chemische Kampfführung. Auf entsprechende Hilfen hatten sich die NATO-Partner ohne Beteiligung Frankreichs vor zehn Tagen geeinigt. Vorausgegangen war ein wochenlanges Tauziehen, bei dem sich vor allem Deutschland, Frankreich und Belgien strikt gegen jede militärische Vorbereitung auf einen Krieg im Irak ausgesprochen hatten.

Neben den Systemen selber seien auch verschiedene Leistungen zu deren Unterstützung nötig. So brauche man Sicherungspersonal für einen Einsatz der Patriot-Systeme im freien Feld, erläuterte der Sprecher. Wenn AWACS-Flugzeuge rund um die Uhr fliegen sollten, benötige die NATO entsprechende Auftankmöglichkeiten in der Luft. Die Liste mit den angefragten Leistungen sei am Dienstagabend im gleichen Wortlaut an alle Bündnispartner gegangen. Bei den Antworten werde die NATO auch jene Waffensysteme einbeziehen, die einzelne Bündnispartner der Türkei bereits auf bilateraler Basis versprochen hätten. Das gilt etwa für die Patriot-Systeme, die über die Niederlande in die Türkei geschickt wurden.

Die Bundesregierung in Berlin bestätigte die Anfrage, sieht die deutschen Bündnisverpflichtungen mit der bisherigen Bereitstellung von Awacs-Aufklärungsflugzeugen und Patriot-Raketen jedoch bereits erfüllt. Die Liste mit allgemeinen Anforderungen sei am Vormittag im Verteidigungsministerium eingegangen und werde jetzt geprüft, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg.

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