Keine Weltrezessions-Gefahr
Ifo-Chef: Verzögerungen bei US-Konjunkturwende

Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) in München, Hans Werner Sinn, rechnet nach den Anschlägen in den USA nicht mit dem Ausbruch einer Weltrezession.

dpa-afx FRANKFURT. Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) in München, Hans Werner Sinn, rechnet nach den Anschlägen in den USA nicht mit dem Ausbruch einer Weltrezession. Allerdings werde sich die Erholung der US-Wirtschaft verzögern, sagte Hans Werner Sinn am Mittwoch im Gespräch mit dpa-AFX. Er gehe nicht davon aus, dass die Konjunkturwende der US-Wirtschaft im kommenden Jahr erfolgen werde.

Die direkten Schäden der Anschläge schätzte Sinn im Verhältnis zur Weltwirtschaft als gering ein. Sie seien eher mit einem schweren Erdbeben zu vergleichen. So lange kein Krieg ausbreche, würden sich die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft in Grenzen halten.

Die psychologischen Folgen für die US-Finanzmärkte seien allerdings erheblich. Die US-Wirtschaft werde direkt durch das Sinken des Verbrauchervertrauens und die damit geringeren Konsumausgaben geschwächt. Die Konsumausgaben gelten derzeit als besonders entscheidende Stütze der US-Wirtschaft. Langfristig sei allerdings entscheidend, dass die USA nach den Anschlägen als verwundbar gelten. "Damit sind die USA nicht mehr der sichere Investitionsstandort, der sie lange waren", sagte Sinn. "Dies wird die Kapitalströme in andere Länder umlenken. Mit entsprechenden Folgen für US-Aktien", fügte Sinn hinzu. Die Wirtschaft werde durch das Abwarten der Investoren auch im Rentenmarkt und die Zurückhaltung der Konsumenten geschwächt.

Zu einer Belastung könnte laut Sinn auch das hohe US-Leistungsbilanzdefizit werden. Dieses betrage derzeit knapp 4% des US-Bruttoinlandsproduktes und sei seit langem von Experten für nicht tragbar gehalten worden. Allerdings hält Sinn die Auswirkungen auf dem Devisenmarkt für "weniger ausgeprägt"

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