Keine Wende am deutschen Baumarkt in Sicht
Deutlicher Gewinnrückgang bei Hochtief im Jahr 2000

Der Baukonzern Hochtief hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wie angekündigt einen deutlichen Gewinnrückgang ausgewiesen und dabei nach eigenen Angaben unter der schwierigen Lage im inländischen Hochbau gelitten.

rtr/dpa/vwd DÜSSELDORF. Das Ergebnis nach Steuern habe sich auf 127 Mill. ? nach 205 Mill. vor Jahresfrist verringert, teilte der zur RWE gehörende größte deutsche Baukonzern am Dienstag in Düsseldorf mit. In das laufende Geschäftsjahr ist Hochtief den weiteren Angaben zufolge gut gestartet.

Die Hochtief AG hat im ersten Quartal 2001 ihre Einnahmen durch neue Aufträge verglichen mit dem Vorjahr um 19,2 % auf 3,59 Mrd. ? gesteigert. Gleichzeitg sei die Betriebsleistung um 10 % auf 3,03 Mrd. jährlich geklettert, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit. Zudem sei der Auftragsbestand um 16,3 % auf 12,73 Mrd. ? angewachsen.

Vorstandschef Hans-Peter Keitel teilte auf der Bilanz-Pressekonferenz mit, diese Steigerung sei vor allem bedingt durch das gewachsene Baugeschäft in Nordamerika sowie in Asien/Pazifik. Auslandsauftrage stiegen um 32,9 % auf 3,08 Mrd. ?. Die Inlandsaufträge hingegen hätten sich um 26,2 % auf 0,52 Mrd. ? reduziert. Keitel zeigte sich optimistisch für das laufende Jahr. Insgesamt gehe der Konzern davon aus, 2001 das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verbessern zu können.

Umwelttochter an die RAG verkauft

Hochtief gab zudem bekannt, seine Umwelttochter an die RAG Umwelt GmbH verkauft zu haben. Zum Kaufpreis machte der Baukonzern keine Angaben. Die seit 1994 zum Konzern gehörende Umwelttochter habe im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Leistung von 148 Mill. ? erzielt, hieß es.

Kein Wende am deutschen Baumarkt

Keitel sagte weiterhin, dass die völlig unbefriedigende Investitionsbereitschaft sowohl im Wohnungsbau als auch im öffentlichen Bau und die nach wie vor vorhandenen Überkapazitäten habe sich bereits massiv auf die Ergebnisse aller deutschen Bauunternehmen negativ ausgewirkt. Jetzt wollten die Städte und Gemeinden ihre Bauinvestitionen noch weiter senken. Der deutsche Baumarkt sei mittlerweile "kaputt gespart", kritisierte er.

Es sei frustrierend, wie gleichgültig die Politik dem Niedergang einer Schlüsselbranche gegenüberstehe, sagte der Vorstandsvorsitzende. Zugleich forderte er eine Änderung des deutschen Vergaberechts. Die heute übliche Lotterie und das auch von öffentlichen Bauherrn angeheizte Bietergefecht gebe es so im Ausland nicht. Keitel betonte, die Politik solle das Bauen in Deutschland nicht subventionieren. Sie müsse aber ihren Beitrag dazu leisten, der Branche wieder neue Impulse zu geben. Nötig sei vor allem eine Ausweitung des Fernstraßenbauprivatisierungsgesetzes auf den Betrieb von ganzen Strecken auf Bundesfernstraßen.

Keitel verwies darauf, dass es trotz der momentan schlechten Lage auch in Deutschland für Hochtief noch attraktive Geschäftsbereiche gebe. Dies zeigten die Unternehmensbereiche Airport, Civil und Development.

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