Keine Widerstandskräfte gegen die allgemeine Börsenstimmung
Allzeittiefs rücken am Neuen Markt bedrohlich näher

Einen winzigen Hoffnungsschimmer gibt es für diese Woche: Der Neue Markt schloss auf seinem Weg nach unten am Freitag deutlich über seinem Tagestief. Im Gleichklang mit den amerikanischen Technologiewerten ging es am Nachmittag ein kleines Stück nach oben. Der Abwärtstrend bleibt aber intakt.

JOSEF HOFMANN, HANDELSBLATT

FRANKFURT/M. Der Letzte macht das Licht aus. Zum Wochenschluss sah es zeitweise so aus, als gäbe es an den Börsen kein Halten mehr. Hätten die Verluste von zeitweise mehr als 4 % Bestand gehabt, hätte für diese Woche kaum jemand noch einen Pfifferling für die Aktien am Neuen Markt gegeben. Doch auch wenn sich die Minusraten bis zum Börsenschluss am Freitag mehr als halbiert haben, die Lage bleibt angespannt. Wenn es an den Weltbörsen in dieser Woche nicht zu einer Trendwende kommt, sieht es für den Neuen Markt ganz düster aus. Im Gegensatz zu den etablierteren Segmenten wird es der Frankfurter Wachstumsbörse viel schwerer fallen, verlorene Investoren zurück zu gewinnen. Das zeigt schon der Vergleich mit der Nasdaq in den letzten Wochen. Die Richtung war zwar die gleiche, doch der Vertrauensmalus hat dem Frankfurter Segment deutlich größere Verluste beschert.

So haben sich die Indizes am Freitag empfindlich nahe an die Tiefststände vom September herangearbeitet. Mit 780 Punkten ist der Nemax nach dem neuerlichen Minus von 1,9 Prozent noch gut 50 Punkte vom Allzeittief entfernt, beim Nemax 50 ist der Abstand bei einem Stand von 739 Zählern (- 2 %) nicht viel größer. Wenn der Markt die alten Tiefststände unterschreitet, wird es dramatisch.

Gelingt vorher die Wende, kann allerdings alles auch ganz schnell gehen. Ein ähnlich rasanter Anstieg wie nach dem 21. September - bis Dezember verdoppelten sich die Indizes annähernd - ist dennoch kaum zu erwarten, obwohl sich die Rahmenbedingungen nicht gravierend verschlechtert haben. Die jüngsten Ergebnisse der Neuen-Markt-Firmen sind sogar in vielen Fällen besser ausgefallen als erwartet. Außerdem hat sich die Strategie, auf Grund weniger schwacher Geschäftsausblicke die Depots zu räumen, in der Vergangenheit selten ausgezahlt. Dies gilt auch, wenn die Hiobsbotschaft wie am Freitag von Intel, dem weltgrößten Chip-Hersteller, kommt. Die Reaktion zeigt aber die Aufgeregtheit, die aktuell herrscht. Und wo die Psychologie herrscht, fallen Prognosen schwer. Eigene Impulse werden von den Neuen-Markt-Firmen in dieser Woche voraussichtlich kaum ausgehen. Vielleicht dringen auf der ein oder anderen Hauptversammlung erste Tendenzaussagen für das wichtige zweite Quartal durch. Generell wird aber wieder einmal die Nasdaq den Takt vorgegeben.

Die heftigsten Verluste verbuchte zum Wochenschluss der Technologiesektor. Schwergewichte wie Medion, Aixtron, Micronas und Suess Microtec wurden von dem schwachen Intel-Ausblick besonders getroffen. Weiter auf Abschussfahrt befand sich auch Lion Bioscience. Seit Jahresbeginn hat die Aktie noch einmal 80 % an Wert eingebüßt.

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