Keine Wiederholung der Rekordzahlen vom Vorjahr
Salzgitter: Ertragsstark aus dem Konjunkturtal

Viel besser konnte man vor zwei Jahren einen Euro wohl kaum einsetzen. So viel zahlte damals der Stahl- und Technologiekonzern Salzgitter für den Erwerb der Mannesmann-Röhren-Werke.

DÜSSELDORF. 2001, also bereits im ersten vollen Geschäftsjahr nach der Eingliederung, stemmte der Unternehmensbereich Röhren mit 101,9 Millionen Euro gleich zwei Drittel des gesamten Konzerngewinns vor Steuern und trug maßgeblich zum besten Salzgitter-Abschluss der vergangenen elf Jahre bei. Insgesamt setzte der Konzern 4,6 Milliarden Euro um und verdiente netto 144,3 Millionen Euro.

Der Kauf der Mannesmann-Röhrenwerke erwies sich zweifellos als Glücksgriff. Kaum jemand konnte im vergangenen Jahr mit einer derart hohen Nachfrage nach Röhren im energieabhängigen Sektor rechnen. Aber Glück hat bekanntlich nur der Tüchtige. So ist die erfreuliche Entwicklung auch das Ergebnis einer Unternehmensstrategie, die der seit Anfang 2000 amtierende Vorstandschef Wolfgang Leese konsequent umsetzt. "Während andere Stahlunternehmen durch interne Restrukturierungen oder Fusion eine Dominanzstrategie für bestimmte Produkte anstreben und sich dadurch Skaleneffekte und Wettbewerbsvorteile versprechen", erklärt Leese sein Konzept, "hat Salzgitter die Produktpalette ausgeweitet." Der Erfolg gibt ihm Recht.

Der gesunde Mix aus Stahl- und Röhrengeschäft hat den Konzern wesentlich unabhängiger vom Auf und Ab der Konjunktur gemacht. Die unterschiedlichen Zyklen der beiden Bereiche stabilisieren den Ertrag. So wie 2001, als selbst ein 60-prozentiger Ergebnisrückgang in der Stahlsparte vom boomenden Röhrengeschäft aufgefangen wurde. Anleger profitierten davon mit 0,42 Euro Dividende pro Aktie.

2002 ist zwar nicht mit einer Wiederholung der Rekordzahlen zu rechnen. Aber auch ein vom Vorstand vorsichtig in Aussicht gestelltes Vorsteuerergebnis von 90 Millionen Euro könnte sich angesichts der Unsicherheit über die Stärke und Nachhaltigkeit der laufenden Konjunkturerholung sehen lassen. Zumindest zeichnen sich beim Stahl erste Erholungstendenzen ab. Salzgitter berichtete zuletzt über spürbar anziehende Auftragseingänge und Preise für einzelne Stahlerzeugnisse. Auch die Risiken aus den US-Schutzzöllen auf Stahlimporte sollten dank der prompten Gegenreaktion der EU überschaubar bleiben.

Langfristig will Salzgitter vor allem über externes Wachstum in Umsatzregionen zwischen acht Milliarden und zehn Milliarden Euro vorrücken und im Schnitt zwölf Prozent Kapitalrendite erreichen. Aussichten, die den günstig bewerteten MDax-Wert unverändert zu einer soliden Position im Depot machen.

Quelle: WirtschaftsWoche

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