Keine Zerschlagung
Schmidt-Bank will Consors umgehend verkaufen

Die neue Führung der Hofer Schmidt-Bank will ihre 65-prozentige Beteiligung an dem Nürnberger Discountbroker Consors so rasch wie möglich verkaufen.

rtr/vwd NÜRNBERG. Mit dem Verkauf sei das Frankfurter Bankhaus Metzler beauftragt, sagte der neue Schmidt-Bank-Chef Paul Wieandt am Montag in Nürnberg. Der Verkauf der Direktbank kann nach seiner Einschätzung möglicherweise bis Ende März abgeschlossen werden. "Wir können den Verkaufsprozess Ende März in die Entscheidung einmünden lassen", sagte Wieandt. Allerdings sei dieses Ziel "sehr ambitiös". Die Chance eines Neustarts der Verkaufsverhandlungen liege darin, dass sich sowohl bisherige als auch neue Interessenten bewerben könnten.

Der Verkaufsprozess werde sofort eingeleitet, für die Abgabe von Angeboten gebe es klare Zeitvorgaben. Ziel sei eine umgehende Entscheidung. "Eine Zerschlagung von Consors wird nicht stattfinden", sagte der von einer Auffanggesellschaft zur Rettung der Schmidt-Bank eingesetzte Manager. Die Aktie von Consors legte am Vormittag zu.

"Der Verkaufsprozess wird neu gestartet, durch die Schmidt-Bank und nicht durch Consors", sagte Wieandt im Hinblick auf frühere Verkaufsgespräche. Dass der Verkauf von Consors bislang nicht zu Stande kam, "lag an der Irrationalität, mit der der Verkaufsprozess auf der Verkäuferseite bisher geführt wurde", sagte Wieand weiter. Der frühere Schmidt-Bank-Chef Karl-Gerhard Schmidt und sein Sohn, der Consors Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt, sollen bereits vor Bekanntwerden der finanziellen Schieflage der Schmidt-Bank mit mehreren Adressen über einen Verkauf von Consors verhandelt haben. Die Gespräche waren nach Informationen aus Bankenkreisen aber an den zu hohen Preisforderungen der Familie gescheitert. Die Tageszeitung "Die Welt" hatte am Samstag ohne Quellenangabe berichtet, Wieandt habe Metzler mit dem Verkauf von Consors beauftragt und sich damit gegen die Investmentbank Goldman Sachs aus den USA entschieden.

An der Auffanggesellschaft für die Schmidt-Bank sind die Bayrische Landesbank und die vier deutschen Großbanken beteiligt. Während die Bayern LB 21 % des Kapitals hält, liegen bei der Commerzbank, der Deutschen Bank , der Dresdner Bank und der Hypo-Vereinsbank jeweils 19,75 % der Anteile.

Die Aktien von Consors legten am Montagvormittag in der Spitze um über acht Prozent zu. Gegen 12 Uhr MEZ notierte das Papier mit 5,46 % im Plus bei 11,40 ?.

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