Keine Zerschlagung von Microsoft
Microsoft will Vorschlag für Vergleich vorlegen

Im Kartellverfahren gegen Microsoft arbeitet der Software-Konzern einem Zeitungsbericht zufolge an einem Vergleichsvorschlag, nachdem die US-Regierung seit vergangener Woche nicht länger die Zerschlagung des Konzerns anstrebt.

Reuters NEW YORK. Der Vorschlag solle noch in dieser Woche der Regierung vorgelegt werden, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf Anwaltskreise. Ein Microsoft-Sprecher lehnte einen Kommentar auf Anfrage ab. Die US-Regierung will auf eine Aufspaltung von Microsoft verzichten, stattdessen aber Sanktionen wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht verhängen.

Dem Zeitungsbericht zufolge bestätigte ein anderer Microsoft-Sprecher, dass der Chef der Konzern-Rechtsabteilung, William Neukom, diese Woche in die US-Hauptstadt Washington reisen werde. Es werde erwartet, dass er dort den Wettbewerbshütern des US-Justizministeriums und der ebenfalls gegen Microsoft klagenden Bundesstaaten einen Vergleich unterbreiten wolle.

Das US-Justizministerium hatte am Donnerstag einen Strategiewechsel in dem seit drei Jahren andauernden Kartellverfahren gegen den weltgrößten Software-Konzern angekündigt: Das Ministerium will nun zügig Sanktionen gegen den Windows-Hersteller verhängen lassen, der laut Gerichtsurteil mit illegalen Geschäftspraktiken sein Monopol auf dem Markt für PC-Betriebssysteme zu erhalten sucht. Microsoft soll aber nicht mehr zur Strafe zerschlagen werden. Es soll zudem nicht länger untersucht werden, ob Microsoft durch die Verknüpfung des Betriebssystems Windows mit dem der Navigation im Internet dienenden Browser Explorer den Browser-Markt monopolisieren wollte.

Zu den von der Regierung geplanten Auflagen gegen Microsoft gehört dem Zeitungsbericht zufolge, dass Microsoft Computer-Hersteller bei der Lizenzierung des weit verbreiteten Windows-Betriebssystems nicht länger dazu zwingen kann, auch andere Microsoft-Software auf dem PC zu installieren. Auf Betriebssystemen bauen sämtliche Anwendungen eines Computers auf. Microsoft-Chef Steve Ballmer habe solche Auflagen in der Vergangenheit als "ebenso schädigend" wie eine Zerschlagung bezeichnet. Einen vor zwei Jahren unterbreiteten Vergleichsvorschlag von Microsoft hatte die US-Regierung als unzureichend für die Wiederherstellung des Wettbewerbs zurückgewiesen.

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