Keine zu hohen Inflationsraten in Euro-Zone
Weitere Zinssenkungen möglich

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach den Worten von EZB-Chef Wim Duisenberg auch nach der jüngsten Zinssenkung Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung. "Weitere Zinssenkungen sind durchaus möglich", sagte Duisenberg Presseberichten zufolge am Dienstag am Rande einer Veranstaltung in Amsterdam.

Reuters FRANKFURT. "Denn die Zinsen im Euroraum liegen noch immer höher als in den USA." Zudem sei die Gefahr zu hoher Inflationsraten in der Euro-Zone derzeit nicht gegeben, wurde Duisenberg sowohl von der Tageszeitung "Die Welt" als auch der Schweizer Zeitung "Finanz und Wirtschaft" zitiert.

Ähnlich hatte sich Duisenberg bereits vergangene Woche unmittelbar nach der Zinssenkung der EZB geäußert. Die Zentralbank hatte angesichts der schwachen Konjunktur ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf einen historischen Tiefstand von 2,00 Prozent gesenkt.

"Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Wir haben noch Spielraum", sagte Duisenberg nun den beiden Zeitungen zufolge. Die EZB hatte in den vergangenen zwei Jahren die Leitzinsen insgesamt in sieben Schritten zurückgenommen. In den USA liegt der wichtigste Zins zur Refinanzierung der Banken mit derzeit 1,25 Prozent aber noch immer deutlich niedriger als in der Euro-Zone.

Der Euro gab nach Duisenbergs Äußerungen zwischenzeitlich nach. Die Aussicht auf ein niedrigeres Zinsgefälle zwischen der Euro-Zone und den USA veranlasst Anleger zu verstärkten Dollarkäufen, da sie die US-Währung angesichts der vergleichsweise günstigeren Konjunkturaussichten für die US-Wirtschaft für die bessere Anlage halten.

Der französische Finanzminister Francis Mer erwartet von der EZB eine weitere Lockerung der Geldpolitik. "Die Zentralbank hat ein positives Signal für die gesamte europäische Wirtschaft gesetzt", sagte Mer in der Nationalversammlung in Paris. Angesichts der weiter rückläufigen Tendenz der Inflation seien weitere positive Signale der Notenbank möglich. Diese seien sehr willkommen in einer Phase, wo die Wirtschaft nach Ansicht vieler Volkswirte zur Wende ansetze.

Gespalten äußerte sich Duisenberg zu den jüngsten Kursgewinnen des Euro. "Auf der einen Seite bin ich froh, dass der Euro eine solch stabile, starke und solide Währung ist", sagte Duisenberg. "Andererseits sehe ich jedoch auch, dass der starke Wechselkurs gegenüber dem Dollar sich ungünstig auf die Exporte aus Euroland in die USA auswirkt."

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