"Keinen akuten Zeitdruck"
Banken kämpfen weiter um Formel 1 und Springer

Die Übernahme der 40-Prozent-Beteiligung der angeschlagenen Kirch-Gruppe am Axel Springer Verlag durch ein Bankenkonsortium und Friede Springer ist noch nicht unter Dach und Fach. Es sei noch eine Reihe von Fragen zu klären, sagte der Chef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, am Donnerstagabend in München. Der Kaufpreis solle 1,02 Mrd. Euro betragen.

dpa MÜNCHEN. Nach Einschätzung der BayernLB würde die Transaktion Sinn machen. Auch bei der Formel 1 prüft das Kreditinstitut einen Einstieg. Die Chancen für einen weitgehenden Erhalt der insolventen Kirch Media stehen nach Einschätzung Schmidts gut.

Bei der Lösung der diversen Probleme gebe es keinen akuten Zeitdruck, sagte Schmidt. Lediglich beim Springer-Paket müsse bis zum 12. Mai eine Lösung gefunden werden. Andernfalls würde das Paket an die Deutsche Bank fallen. Denn die Springer-Aktien dienen als Sicherheit für einen Kredit der Deutschen Bank von 720 Millionen Euro. Zudem sind Kredite der Bayerischen Landesbank, JP Morgan und Lehman Brothers nachrangig mit der Beteiligung besichert.

Die Commerzbank, die Dresdner Bank, die drei Formel 1-Banken (BayernLB, JP Morgan, Lehman Brothers) und und Friede Springer wollen Leo Kirch dessen Springer-Beteiligung abkaufen und spätestens in drei Jahren an die Börse bringen. Mit dem Verkaufserlös von gut einer Milliarde Euro würde zunächst die Deutsche Bank ausgezahlt. Die verbliebenen 300 Millionen Euro gingen an die Formel 1-Banken, sagte Schmidt. Im Rahmen der Transaktion würde die Bayerische Landesbank gemeinsam mit JP Morgan und Lehman ein Fünftel der Kirch-Anteile kaufen, also etwa acht Prozent an Springer. Damit das Geschäft klappt, müssten auch die Deutsche Bank und Friede Springer zustimmen.

Die Bayerische Landesbank hat Kirch insgesamt etwa zwei Milliarden Euro geliehen, davon mehr als die Hälfte für sein Formel 1- Engagement. Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass eine Lösung auch für die Formel 1 gefunden wird. Derzeit liegt die Mehrheit an der Rennsportserie bei Kirch. Die Automobilhersteller drohen mit der Gründung einer eigenen Rennserie ab dem Jahr 2008. Schmidt sagte, es liefen Verhandlungen mit allen Beteiligten. Er sei zuversichtlich, dass es zu einer Einigung komme. Der Landesbank-Chef deutete an, dass auch für die Landesbank ein Einstieg bei der Formel 1 seiner Einschätzung nach attraktiv wäre.

Auch für die insolvente Kirch Media laufen permanent Verhandlungen. Es gebe eine hohe Zahl von Interessenten für einen Einstieg bei dem Unternehmen, sagte Schmidt. Einige seien aber nur am schnellen Geld interessiert.

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