"Keinen Grund für Neubewertung"
DG Bank-Chefvolkswirt: Erfolg von EZB-Interventionen fraglich

Nur eine gemeinsame Intervention mit der US-Notenbank könne der Gemeinschaftswährung auf die Beine helfen, so Michael Heise von der DG-Bank.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Gunsten des Euro werden nach Einschätzung der DG Bank keinen nachhaltigen Erfolg haben. "Die EZB fährt derzeit eine Zermürbungstaktik, um die Devisenmärkte zu verunsichern. Kurzfristig kann dies leicht positive Auswirkungen haben. Eine Trendwende für den Euro ist aber sehr unwahrscheinlich", sagte ihr Chefvolkswirt Michael Heise in einem dpa-Gespräch in Frankfurt.

Die europäischen Währungshüter hätten sich mit ihrem ersten Eingriff an den Devisenmärkten am 22. September - im Verbund mit den Notenbanken in New York und Tokio - "selbst in diese Situation gezwungen". Nun bleibe der Zentralbank keine andere Wahl, als mit ständig neuen Euro-Käufen so lange weiterzumachen, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt: "Das ist jetzt ein Kräftemessen."

Der Euro habe jedoch erst einige Wochen nach den Präsidentenwahlen in den USA überhaupt Chancen auf eine Erholung, ist Heise überzeugt. Nur eine gemeinsame Intervention mit der US-Notenbank könne der Gemeinschaftswährung auf die Beine helfen. Nach Einschätzung des Chefökonoms des Spitzeninstituts der Volks- und Raiffeisenbanken dürften die USA dazu vorerst jedoch nicht bereit sein.

"Ich sehe ohnehin keinen Grund für eine Neubewertung des Euro", sagte Heise. Zwar habe sich das Wachstum jenseits des Atlantik im dritten Quartal 2000 etwas verlangsamt. "So schlecht war es aber auch nicht", urteilte er. In Europa werde es ebenso eine "Konjunkturdelle" geben - wenngleich zeitlich verzögert. "Deshalb kann auch noch keine Rede davon sein, dass der Wachstumsvorsprung der USA dahin ist."

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