Kenia-Anschläge
El Kaida ist für Israel Hauptverdächtiger

Die radikal-islamische Organisation El Kaida bleibt nach Einschätzung Israels hauptverdächtig für die Anschläge in Kenia.

Reuters MOMBASA. "Der Verdacht, dass El Kaida (in den Anschlag) verwickelt ist, ist gewachsen", sagte der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas nach Angaben aus israelischen Sicherheitskreisen bei Kabinettssitzung am Sonntag. Die USA und Kenia warnten vor weiteren Anschlägen in Ostafrika.

Am Ort des Anschlags wurden der kenianischen Polizei zufolge zwei Bruchstücke der Bombe gefunden, die am Donnerstag in einem israelisch geführten Hotel in Mombasa explodiert war. Bei dem Anschlag starben 16 Menschen. Drei kenianische Opfer wurden am Sonntag in ihren Heimatdörfern nördlich von Mombasa begraben. Mofaz sagte dem Sicherheitskabinett, die Attentäter hätten 200 Kilogramm Sprengstoff in das Auto gepackt, mit dem sie in die Eingangshalle eines israelisch geführten Hotels in Mombasa gefahren waren. Zum Verdacht auf eine Täterschaft der El Kaida sagte er, er sei stärker geworden, "auch wenn es keinen konkreten Beweis gibt."

US-Vertreter hatten mit der somalischen Gruppe El Itihad el Islamija ebenfalls eine mutmaßliche Verbündete der El Kaida als hauptverdächtig benannt. Dagegen bekräftigte der Chefermittler der kenianischen Polizei, William Langat, am Sonntag: "Wir wissen noch nichts über eine Verbindung (zur El Itihad)."

Die USA machen die El Kaida für die Anschläge in New York und bei Washington am 11. September 2001 verantwortlich. Die Organisation soll zudem hinter Bombenanschlägen auf US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 stecken, bei denen 224 Menschen ums Leben kamen.

Dem US-Außenministerium zufolge liegen derzeit Informationen vor, dass ähnliche Anschläge wie der in Mombasa in der Republik Dschibuti verübt werden könnten. "Das Außenministerium geht davon aus, dass Dschibuti zu einer Reihe von Ländern in Ostafrika gehört, wo es eine gestiegene terroristische Gefahr gibt", hieß es in einer Erklärung. Dschibuti grenzt an Somalia. Das US-Außenministerium bekräftigte zudem seine Warnung vor Reisen in den Jemen, in dem sich nach Ansicht der USA genau wie in Somalia Anhänger der El Kaida versteckt halten. Jemen liegt gegenüber Dschibuti auf der anderen Seite des Roten Meeres.

In den verkohlten Trümmern des Hotels fanden Ermittler nach eigenen Angaben zwei Metallteile. Auf dem einen Stück stünden vier Ziffern, mit denen der Zylinder identifiziert werden könne, teilte die Polizei mit. "Das sind Teile einer geschweißten Gasflasche", sagte ein kenianischer Ermittler. Diese gehörten offensichtlich zur Bombe. Augenzeugen berichteten, israelische Bombenexperten hätten die Teile mitgenommen.

Zeitgleich zu dem Anschlag auf das Hotel waren wenige Kilometer entfernt zwei Raketen auf eine aus Mombasa abfliegende israelische Verkehrsmaschine abgefeuert worden. Diese hatten das Flugzeug knapp verfehlt.

Nachdem die kenianische Regierung die Kosten für die Überführung übernommen hatte, wurden drei der kenianischen Opfer am Sonntag in ihren Heimatdörfern begraben. "Mein Savari, mein Savari, was ist mein Leben ohne dich?" Die Verzweiflungsschreie der hochschwangeren Ehefrau eines der Opfer gellten über die kleine Trauergemeinde hinweg, die sich in Kikambala versammelt hatte. Das Dorf und seine Bewohner sind bitterarm. Die Mutter von acht Kindern warf den Regierungen von Kenia und Israel vor, die nun mittellosen Familien nicht zu unterstützen. Keine der beiden Regierungen hatte Vertreter zu der Beerdigung geschickt. Von der Hotel-Verwaltung hatten die Angehörigen der Opfer insgesamt 1350 Dollar erhalten, um die Trauergäste zu bewirten. 350 Dollar stammten von Touristen.

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