Kerkergleiche Quartiere
Französischer Parlamentsbericht geißelt Abschiebehaft

afp PARIS. Die Zustände in französischen Abschiebeunterkünften sind nach Angaben eines parlamentarischen Untersuchungsberichtes "unmenschlich" und "eine Schande" für Frankreich. Illegale Einwanderer und abgelehnte Asylbewerber würden zu Dutzenden in engen dunklen Quartieren eingepfercht, die Kerkern glichen, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des sozialistischen Abgeordneten Louis Mermaz. Dort würden sie gezwungen, unter unwürdigen und unerträglichen Umständen auf ihre Abschiebung zu warten.

Der 69-jährige Mermaz, der bereits verschiedene Ministerämter innehatte, forderte die Linksregierung von Premierminister Lionel Jospin auf, die Missstände zur Kenntnis zu nehmen und zu handeln.

Die Bekämpfung der illegalen Einwanderung rechtfertige nicht, die Würde des Menschen und deren Unantastbarkeit außer Acht zu lassen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Insassen dieser Flüchtlingsunterkünfte hätten ein Recht auf "mehr Hygiene und mehr Platz". Sie hätten "kein Verbrechen begangen, außer dem, geboren zu sein" in Ländern, in denen Krieg oder Armut herrschten.

Mermaz forderte von der Regierung ein Umdenken in der Einwanderungspolitik. Das derzeitige Asylrecht sei "eine Maschine, um illegale Einwanderer zu 'produzieren'". Im ersten Halbjahr 2000 seien 10 000 Menschen durch die Abschiebestellen geschleust worden. Angesichts der ständig steigenden Zahlen müsse die Regierung auch entsprechende Gelder aufbringen, um die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in Frankreich zu verbessern.

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