Kernkraftwerk Phillipsburg
Atomtransport soll noch im Oktober stattfinden

adx PHILLIPSBURG. Nach über zweijährigem Transportstopp steht der erste Atomtransport aus deutschen Kernkraftwerken in die französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague möglicherweise kurz bevor. Die "Berliner Zeitung" berichtete, dass der genehmigte Atomtransport aus dem baden-württembergischen Atomkraftwerk Philippsburg noch in diesem Monat stattfinden soll. Die Zeitung berief sich dabei auf Informationen aus der Atomwirtschaft. Als "frühestmöglichen Termin" wurde der 18. Oktober genannt. Auch nach Informationen von Atomkraftgegnern soll der Transport am 18. Oktober nach Frankreich rollen.

Das baden-württembergische Innenministerium bestätigte diesen Termin allerdings nicht. Die Information sei "falsch", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Auch die Betreiber des Kernkraftwerkes, die EnBW Kraftwerke AG - widersprach den Berichten. Es handle sich um eine "wilde Spekulation", sagte ein Unternehmenssprecher. Die EnBW wünsche sich zwar, den Transport noch im Oktober durchzuführen. Ob dies realisierbar sei, liege allerdings an den Vorbereitungen der Polizei zur Absicherung des Transports.

Greenpeace startet Proteste

Unterdessen startete die Umweltorganisation Greenpeace in der Nacht zum Donnerstag ihre Proteste gegen die Wiederaufnahme von Atomtransporten in Deutschland. Ingesamt rund 100 Aktivisten hätten die Zufahrtstore zu den Kernkraftwerken in Philippsburg, Stade und Biblis blockiert, teilte Greenpeace in Hamburg mit. Die Tore seien mit großen metallenen X-Symbolen verschweißt worden. Einige Umweltschützer hätten sich an die Gitter angekettet.

Die bundesweite Anti-Atom-Kampagne "X-tausendmal quer - überall" kündigte für den kommenden Sonntag eine große Auftaktdemonstration in Philippsburg an. In den darauf folgenden Tagen sollen ebenfalls zahlreiche Protestaktionen in der Region stattfinden. Das Aktionsbündnis bezeichnete den 18. Oktober als "amtlich". Das baden-württembergische Innenministerium und die Betreiber von Philippsburg - die EnBW Kraftwerke AG - hätten sich nach Recherchen von Atomkraftgegnern auf diesen Termin verständigt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte im September insgesamt acht Transporte von abgebrannten Brennelementen aus den Kernkraftwerken Philippsburg, Stade und Biblis nach La Hague genehmigt. Die Genehmigungen sind bis Ende dieses Jahres befristet. Im Mai 1998 waren Transporte in die französische Wiederaufbereitungsanlage wegen Grenzwertüberschreitungen radioaktiver Oberflächenkontaminationen an Tarnportbehältern und Transportmitteln ausgesetzt worden.

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