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Kerry und Bush läuten heiße Wahlkampf Phase ein

Boston (dpa) - Drei Monate vor der Präsidentschaftswahl ist in den USA der Wahlkampf voll entbrannt. Der frisch gekürte Kandidat der Demokraten, John Kerry, kündigte an, er werde das Ansehen der USA in der Welt wieder herstellen und neue Verbündete bei der Stabilisierung des Irak finden.

Boston (dpa) - Drei Monate vor der Präsidentschaftswahl ist in den USA der Wahlkampf voll entbrannt. Der frisch gekürte Kandidat der Demokraten, John Kerry, kündigte an, er werde das Ansehen der USA in der Welt wieder herstellen und neue Verbündete bei der Stabilisierung des Irak finden.

Der republikanische Amtsinhaber George W. Bush zeigte sich überzeugt, dass er die Wahl gewinnen werde und erklärte, er werde Amerika weiter «unbarmherzig verteidigen». Kerry hatte am späten Donnerstagabend (Ortszeit) unter dem Jubel von fast 20 000 Delegierten und Anhängern auf dem Parteitag der Demokraten in Boston die Nominierung als Präsidentschaftskandidat offiziell angenommen.

Bereits am frühen Freitagmorgen brach der Senator aus Massachusetts zusammen mit Vizepräsidentenbewerber John Edwards zu einer zweiwöchigen Wahlkampftour durch 21 besonders umkämpfte Bundesstaaten auf. Bush startete seinerseits eine vierwöchige Wahlkampagne, die ihn ebenfalls in alle Teile der USA und schließlich zum Parteitag der Republikaner in New York führen wird, der am 30. August beginnt. Insgesamt wird Bush im kommenden Monat vier Tage in der Woche auf Wahlkampfreisen sein - nach Einschätzung von Experten ein Zeichen dafür, dass sich der Republikaner auf ein Kopf-an-Kopf- Rennen einstellt.

Kerry versprach den Amerikanern, ihnen stets die Wahrheit zu sagen und sie nicht unnötig in einen Krieg zu führen. «Wir werden niemals in den Krieg ziehen, weil wir das wollen, sondern nur wenn wir müssen», sagte er in seiner stark außen- und sicherheitspolitisch geprägten Parteitagsrede, die nach Angaben der Demokraten von über 25 Millionen Amerikanern am Fernsehschirm verfolgt und die von den US-Medien insgesamt gedämpft positiv aufgenommen wurde. In Berlin äußerten Vertreter von SPD und CDU die Hoffnung auf verbesserte transatlantische Beziehungen im Zuge der US-Präsidentschaftswahl.

Kerry kritisierte die Politik von Bush, meist aber ohne ihn beim Namen zu nennen. «Als euer Oberkommandierender werde ich euch nie irreführend in einen Krieg führen... und ich werde einen Verteidigungsminister haben, der auf den Rat der Militärs hören wird», sagte der 60-Jährige. «Stärke ist mehr als nur starke Worte.»

Am ersten Tag seiner Amtszeit werde er den amerikanischen Soldaten versprechen, sie «nie in den Krieg zu schicken, ohne einen Plan, wie man den Frieden gewinnen kann.» Er werde «Amerika zu Hause stärker machen», dafür sorgen, dass die USA in der Welt respektiert würden und die Glaubwürdigkeit Washingtons wieder herstellen. «Die Welt soll wieder aufschauen zu Amerika anstatt Angst zu haben.»

Kerry, dessen Rede den Schlusspunkt des viertägigen Bostoner Parteitags bildete, kündigte neue internationale Allianzen an, die eine Befriedung des Irak und Entlastung für die USA möglich machen würden. Er werde aber auch, wenn es um die nationale Sicherheit gehe, «nie ein Veto anderer Staaten oder internationaler Organisationen akzeptieren.» Der Senator sprach sich zugleich für eine Erhöhung der US-Truppenstärke um 40 000 Mann und eine Modernisierung der Waffensysteme aus. «Wir brauchen ein starkes Militär, und wir müssen starke Allianzen führen», betonte Kerry. Dann werde auch der Terrorismus besiegt werden.

«Die Zukunft gehört nicht der Angst, sondern sie gehört der Freiheit», versicherte der Senator. «Ich habe dieses Land als junger Mann verteidigt und ich werde es verteidigen als sein Präsident», sagte er in Anspielung auf seine Zeit als mehrfach ausgezeichneter Soldat im Vietnamkrieg.

Im innenpolitischen Teil seiner Rede kritisierte er sinkende Löhne und steigende Kosten für die Gesundheitsversorgung. Er versprach einen Wirtschaftsplan, der mit neuen finanziellen Anreizen und Investitionen Arbeitsplätze schaffen soll. Abgesehen von Steuererhöhungen für reichere Amerikaner werde es für die Mittelschicht und kleine Betriebe Steuererleichterungen geben.

Bush ging in einer Wahlkampfrede am Freitag in Missouri nur indirekt auf Kerrys Äußerungen ein. So betonte auch er die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit mit anderen Ländern bei der Friedenssicherung. «Ich werde aber unsere nationale Sicherheit nicht den Führungspersönlichkeiten anderer Länder überlassen», sagte Bush.

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