Kestner bis auf weiteres beurlaubt
Nordex stellt Vorstandschef kalt

Der Aufsichtsrat des jüngst in die Verlustzone gerutschten Windkraftanlagenherstellers Nordex hat Vorstandschef Dietmar Kestner bis auf weiteres beurlaubt.

Reuters FRANKFURT. "Die Geschäftsentwicklung stellt sich sicher nicht gut dar, darauf hat der Aufsichtsrat reagiert", sagte ein Sprecher des Rostocker Unternehmens am Donnerstag. Die übrigen drei Vorstandsmitglieder würden nun zunächst die Aufgaben Kestners mitübernehmen. Nordex war im abgelaufenen Quartal vor Steuern und Zinsen mit 12,4 Millionen Euro in die Verlustzone geraten, nach einem operativen Gewinn von 2,7 Millionen Euro im Vorjahr. Außerdem war die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2002/2003 drastisch zurückgeschraubt worden.

Nordex leidet unter anderem unter Nachfrageschwäche und Überkapazitäten in der Branche. Analysten zeigten sich skeptisch:"Nordex steht vor großen Herausforderungen. Um diese zu meistern, ist Führungsstärke gefragt und ohne einen Vorstandschef ist die nicht immer gegeben", sagte Axel Funhoff, Analyst bei der Investmentbank Bear Stearns.

Nordex teilte mit, der Vorstand habe dem Kontrollgremium ein Sofortprogramm zu Senkung der Fixkosten vorgelegt, mit dem unter anderem 150 Stellen eingespart werden sollen. Durch Personaleinsparungen und andere Maßnahmen sollten zunächst acht Millionen Euro eingespart werden, sagte der Sprecher. Die WestLB, mit rund 30 Prozent Nordex-Großaktionär, unterstütze diese Maßnahmen.

Die Nordex-Aktie notierte am Donnerstagmorgen kaum verändert bei 1,18 Euro, nachdem sie in der Vorwoche in Folge der Verlustmeldung im Quartal deutlich an Wert verloren hatte. Nordex wird ab dem 24. März im TecDax, dem Nachfolgeindex des Nemax-50 vertreten sein.

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