KFOR nimmt sechs mutmaßliche albanische Rebellen fest
Europarat sieht Gefahr für neuen Krieg in Mazedonien

Auch am Dienstag lieferten sich mazedonische Grenztruppen und albanische Rebellen Kämpfe.Der Europarat in Straßburg sieht in Mazedonien die Gefahr für einen neuen Balkan-Krieg. Die Lage in der Grenzregion zum Kosovo sei "extrem gefährlich", betonte der Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung des Staatenbundes, Lord Russell-Johnston, am Dienstag.

afp SKOPJE/ STRAßBURG. Die mazedonische Regierung forderte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf, schnell für eine Entspannung in der Grenzregion zu sorgen.

Der UN-Sicherheitsrat wird sich vermutlich Mitte der Woche mit dem Thema befassen. Führende albanische Politiker im Kosovo distanzierten sich unterdessen von "extremistischen Akten". Auch am Dienstag lieferten sich mazedonische Grenztruppen und albanische Rebellen Kämpfe. Die Kosovo-Schutztruppe KFOR nahm sechs mutmaßliche albanische Rebellen fest, die von Mazedonien aus ins Kosovo gelangen wollten.

Die internationale Gemeinschaft müsse alles daransetzen, um den Ausbruch eines "neuen blutigen Kriegs" auf dem Balkan zu verhindern, betonte Russel-Johnston. Hinter den Gewalttaten steckten Kräfte, die die bisher friedliche Koexistenz zwischen der madezonischen Mehrheit und der albanischen Minderheit in dem Balkanland zerstören wollten. Der serbische Regierungschef Zoran Djindjic sagte am Dienstag, Ziel der Rebellen sei die Kontrolle über die Fernstraße "Autoput" zwischen dem südserbischen Nis, dem mazedonischen Skopje und dem griechischen Athen.

Mazedonien bittet OSZE um Unterstützung

Nach Angaben eines Diplomaten forderte Mazedonien die OSZE auf, Skopje in dem Konflikt politisch zu unterstützen. Der Ständige Rat der OSZE war am Dienstag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen, um über die Lage in der Grenzregion zu beraten.

Führende albanische Politiker und serbische Vertreter im Verwaltungsrat des Kosovo (IAC) verurteilten die jüngste Gewalt in einer Stellungnahme am Dienstag als "destabilisierend" für Mazedonien und begrüßte ausdrücklich die Arbeit der KFOR. Auch das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte die Kämpfe "aufs Schärfste". In einem Telefonat mit dem mazedonischen Außenminister Srdjan Kerim habe Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) die Bereitschaft der Bundesregierung unterstrichen, im Rahmen von NATO, UNO und EU alles für eine friedliche Lösung zu tun.

Gefechte auch am Dienstag

Auch am Dienstag kam es wieder zu Gefechten in der Region um Tanusevci. "Albanische Extremisten" hätten die mazedonischen Truppen provoziert, sagte ein Beamter des Verteidigungsministeriums in Skopje. Unter den Soldaten habe es keine Opfer gegeben. Wie die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf einen Diplomaten meldete, will der UN-Sicherheitsrat am Mittwoch über die Situation im Kosovo beraten.

Die von der KFOR Festgenommenen würden verdächtigt, albanische Untergrundkämpfer aus Mazedonien zu sein, sagte der KFOR-Kommandierende General Carlo Cabigiosu am Dienstag in Pristina. Die KFOR habe die Situation im Grenzgebiet unter Kontrolle. Das Grenzdorf Tanusevci wird seit dem 12. Februar von bewaffneten Albanern kontrolliert.

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