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KfW nimmt durch den Verkauf von Telekom-Aktien vier Milliarden Euro ein

Die staatseigene KfW hat ihre Beteiligung an der Deutschen Telekom deutlich reduziert.

dpa-afx FRANKFURT. Die staatseigene KfW hat ihre Beteiligung an der Deutschen Telekom deutlich reduziert. Wie das Finanzinstitut am Dienstag in Frankfurt mitteilte, wird durch den Verkauf von T-Aktien und der Platzierung von Optionsscheinen - sollten diese alle in Telekom-Titel gewandelt werden - der Anteil von 16,7 auf 10,4 Prozent sinken. Laut einem Pressebericht bereitet der Bund den kompletten Rückzug aus Europas größtem Telekomkonzern vor.

Insgesamt stellte die KfW 300 Mill. Aktien des Bonner Konzerns zum Verkauf. Die von der KfW beauftragten Banken veräußerten an institutionelle Investoren 199,34 Mill. Aktien zum Stückpreis von 15,05 Euro. Damit lag der Preis am unteren Ende der Preisspanne von 15,05 bis 15,20 Euro. Desweiteren veräußerten die Banken Optionen, die nach sechs bis 18 Monaten in Telekom-Papiere umgetauscht werden können. Der Aufschlag beträgt zehn Prozent zu dem Platzierungspreis von 15,05 Euro. Durch die Transaktion fließt der KfW ein Erlös von vier Mrd. Euro zu.

Analysten Zufrieden

Die Summe könnte sich weiter erhöhen, wenn die Emissionsbanken die Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) ausüben. Diese umfasst weitere 30 Mill. Anteilsscheine. Marktteilnehmer beurteilten die Anteilsreduzierung positiv. "Das war eine erfolgreiche Transaktion", sagte HVB-Analyst Thomas Friedrich. Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz geht davon aus, "dass der Greenshoe ausgeübt wird". Die Nachfrage nach den Aktien sei gut gewesen.

Die Aktien stammen aus Beständen, die der Bund bei der KfW über ein Platzhaltergeschäft geparkt hatte. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" will der Bund bereits im kommenden Monat weitere T-Aktien bei der KfW parken. Das Volumen des Aktienpaket werde bei bis zu fünf Mrd. Euro liegen, schreibt die Zeitung am Dienstag. Mit der Platzierung im November werde der Bundesanteil von 26,05 Prozent auf unter 20 Prozent fallen. Im kommenden Jahr wolle Finanzminister Hans Eichel (SPD) den Anteil weiter reduzieren.

Bund Zieht Sich Zurück

Im Bundesfinanzministerium hieß es allerdings, der Zeitpunkt für die weitere Platzierung sei offen und hänge vom Markt ab. Dies könne durchaus auch erst im kommenden Jahr geschehen. Der Bund will langfristig seine Beteiligung an der Telekom und der Deutschen Post vollständig abbauen. Am Montag hatte die Post angekündigt, dass die restlichen Aktien des Logistikkonzerns zum Börsenhandel zugelassen werden sollen, womit die Voraussetzung für die vollständige Privatisierung geschafft werden.

Geführt wurde die größte deutsche Aktienplatzierung seit dem Börsengang der Post im Jahr 2000 von den US-Banken JP Morgan Chase , Citigroup und Morgan Stanley . Die KfW hatte sich entschlossen, die T-Aktien ausschließlich an institutionelle Investoren zu veräußern. Die Telekom begrüßte den Verkauf.

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