Kibaki gewinnt, Kenyatta räumt Niederlage ein
Kenia: Künftiger Präsident will Korruption bekämpfen

Nach seinem Sieg bei der Präsidenten- und Parlamentswahl in Kenia hat der bisherige Oppositionsführer Mwai Kibaki den Kampf gegen die Korruption zur wichtigsten Aufgabe seiner Regierung erklärt. Sobald das Parlament wieder zusammentrete, solle es die Schaffung einer Anti-Korruptionsbehörde beschließen, sagte der 71-Jährige am Sonntag auf einer Pressekonferenz.

Reuters NAIROBI. Zuvor hatte die Wahlkommission Kibaki von der Nationalen Regenbogenkoalition (NARC) zum Wahlsieger erklärt. Der Spitzenkandidat der regierenden Kenia Afrikanischen Nationalunion (KANU), Uhuru Kenyatta, räumte seine Niederlage ein. Es ist der erste Regierungswechsel in Kenia seit 39 Jahren.

"Zuerst und vor allem wird die Korruption zu bekämpfen sein", sagte Kibaki. "Wir wollen auf direktem Weg mit unserer Arbeit beginnen und sehr schnell werden sie Ergebnisse sehen", sagte er. Er hatte der alten Regierung vorgeworfen, umgerechnet mehr als 50 Millionen Euro illegal an Freunde und Geschäftspartner gezahlt zu haben. Die Regierung Mois hatte dies bestritten. Viele Kenianer erhoffen sich von einem Machtwechsel einen Aufschwung der wichtigsten Wirtschaft in Ostafrika, die seit Jahren von Stagnation und grassierender Korruption geprägt ist. Derzeit leben mehr als die Hälfte der 30 Millionen Kenianer von weniger als einem Dollar pro Tag.

Der Leiter der Wahlkommission, Samuel Kivuitu, sagte, das offizielle Endergebnis liege noch nicht vor, aber Kibakis Vorsprung bei den vorläufigen Zahlen sei nicht mehr einzuholen. Kibaki habe auch in sieben der acht Provinzen des Landes 25 Prozent der Stimmen erreicht und damit dieses Kriterium für eine Präsidentenwahl erfüllt. Nach Erhebungen des nicht-staatlichen Instituts für Erziehung in Demokratie entfielen auf Kibaki rund 3.4 Millionen Stimmen und etwa 1,6 Millionen auf Kenyatta. 56 Prozent der 10,5 Millionen Wahlberechtigen hätten sich an der Wahl beteiligt. Der Wahlkommission zufolge gewann Kibakis NARC auch die Parlamentswahl.

Kenyatta sagte im Fernsehen an die Bevölkerung gerichtet: "Ich erkenne an, dass Mwai Kibaki der dritte Präsident der Republik Kenia wird". "KANU und ich werden ihn und sein Amt in Einklang mit der Verfassung respektieren", sagte der 41-jährige Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta. Kenyattas KANU hatte Kenia seit der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien im Jahr 1963 regiert.

Der bisherige Präsident Daniel arap Moi hatte das Amt 24 Jahre inne und durfte nach der Verfassung bei der Wahl am Freitag nicht mehr antreten. Er hatte das Amt nach dem Tod Jomo Kenyattas 1978 übernommen.

Die Bundesregierung begrüßte "den nach Einschätzung der EU-Beobachter insgesamt fairen und friedlichen Verlauf der Wahlen in Kenia". Diese Wahlen bedeuteten einen großen Schritt nach vorn für die Demokratisierung Kenias und seien ein ermutigendes Symbol für die Stabilisierung der gesamten Region, erklärte Bundesaußenminister Joschka Fischer in Berlin.

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