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Kieler Institut erwartet baldigen Aufschwung

Die Wirtschaft in Deutschland steht nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) vor einer Wende.

dpa KIEL. Die konjunkturelle Entwicklung habe in diesem Quartal ihren Tiefpunkt erreicht, heißt es in einem Konjunkturbericht des Instituts vom Dienstag. Angesichts der jüngsten politischen und militärischen Entwicklungen in Afghanistan spreche einiges für einen Stimmungsaufschwung zum Jahresende. "In diesem Fall ist mit einer durchgreifenden konjunkturellen Erholung in der ersten Jahreshälfte 2002 zu rechnen", schreiben die Autoren. Die Wirtschaft werde dann im nächsten Jahr um 1,2 % wachsen, nach 0,5 % in diesem Jahr.

Für das erste Quartal sind die Kieler Ökonomen mäßig optimistisch und rechnen nur mit einer leicht zunehmenden Produktion. Dann allerdings würden die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) mehr und mehr ihre Wirkung entfalten. "Die Lager werden erneut aufgefüllt, die Produktionskapazitäten wieder aufgestockt", heißt es in dem Bericht. "Gleichzeitig kommen mit der Erholung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten und der Weltwirtschaft kraftvolle Impulse von der Auslandsnachfrage." Schließlich werde auch die Teuerung nachlassen, weil die Ölpreise deutlich zurückgehen. Die Inflationsrate werde im kommenden Jahr 1,2 % betragen, während es in diesem Jahr 2,5 % waren.

Die gegenwärtige Rezession falle mit einem Produktionsrückgang von 1,5 % im laufenden Quartal erheblich milder aus als frühere Konjunktureinbrüche, heißt es in dem IfW-Bericht weiter. Der Rückgang sei mit der Konjunkturabkühlung nach der Asien-/Russlandkrise im Sommer 1998 vergleichbar. Erfahrungen aus früheren Krisen hätten gezeigt, dass das Geschäftsklima in einer derartigen Lage ebenso schnell und stark steigen könne, wie es vorher gefallen sei.

Von der Politik fordern die Kieler Ökonomen weitere Kürzungen bei den Ausgaben des Staates. Das Budgetdefizit liege (gemessen am BIP) mit 2,7 % in diesem und 2,5 % im nächsten Jahr deutlich höher als von der Bundesregierung angestrebt. Ohne Einschnitte würden die Staatsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung auch in den Jahren 2003 und 2004 über der Marke von 48 % liegen und damit fast so hoch wie im Durchschnitt der neunziger Jahre.

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