Kim Schmitz strandet in Münchener Gefängnis: Volatile Karriere

Kim Schmitz strandet in Münchener Gefängnis
Volatile Karriere

Mit Hacken ist es nun nicht mehr getan. Auch mit Geld - wenn er überhaupt noch welches hat - sollte es schwierig werden, die bayrischen Staatsdiener von einer Freilassung zu überzeugen. Gegen Kim Schmitz, die drei Zentner schwere Reizfigur der New Economy, wird wegen Insiderhandels und Kapitalanlagebetrugs ermittelt.

Seit Anfang des Jahres ist der Ex-Hacker, Investor und Internet-Unternehmer wieder häufiger in den Schlagzeilen. Auf der eigenen Website www.kimble.de hatte Kim Schmitz seinen Selbstmord für den 21. Januar - seinen 28. Geburtstag - angekündigt. Das Amtsgericht München erließ am 11. Januar Haftbefehl. Zufall oder Kalkül? - Ausgerechnet drei Tage vor seinem angekündigten Selbstmord wurde der aus Deutschland geflüchtete Schmitz in einem thailändischen Nobelhotel festgenommen. Zuletzt hatte er sich ins Rampenlicht gerückt, als er nach den Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten zehn Millionen Dollar Belohung für die Ergreifung Osama bin Ladens ausgesetzt hatte.

Die Vorwürfe wiegen schwer, und manch ein Anleger oder Gläubiger dürfte die Faust in der Tasche ballen, wenn er sich das feiste Grinsen von Lebemann Schmitz vor Augen führt. Er soll mit der Meldung, den Konzern sanieren zu können, den Aktien-Kurs von Letsbuyit.com in die Höhe getrieben haben. Daraufhin habe er sich von seinen Anteilen getrennt und mehr als 1,1 Millionen Euro Gewinn eingestrichen.

Ein weiterer Strafbefehl ist gegen Schmitz wegen Kapitalanlagebetrugs ausgestellt worden. Im Internet soll er falsche Angaben über seine Hauptfirma Kimvestor gemacht haben, um Investoren für seine Projekte zu werben. Rein rechtlich gesehen ist hier schon der Vorsatz strafbar. Nichtsdestotrotz: Die Website www.kimvestor.com ist noch immer online, und noch immer kann man für weiterführende Informationen seine E-Mail hinterlassen. Auf eine Antwort sollte man es allerdings gar nicht erst anlegen (dies ist eine eindringliche Warnung!!!).

Mitleid hat Schmitz wohl kaum zu erwarten. Ähnlich verhält es sich mit den Investoren, die dem dubiosen Ex-Hacker aufgesessen sind. Man munkelt, Schmitz habe sein Vermögen verzockt und verprasst. Er soll bald zum Offenbarungseid antreten. Damit sind wohl auch die Gelder abzuschreiben, die bereits bei "Kimvestor" versenkt wurden. Dabei soll es sich um mehrere Millionen Euro handeln.

Nach der Festnahme (oder: nach seinem "Selbstmord") hat sich übrigens Kim Schmitz' Status geändert - wie auf einer Hokuspokus-Showbühne. Jetzt noch Selbstmordkandidat und wenige Augenblicke später "Seiner Königlichen Hoheit König Kimble I. - Herrscher des Kimpires". Wenn das keine volatile Karriere ist. Mal sehen, welche Überraschungen das wahre Leben für Kim Schmitz noch mit sich bringt.

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