Kinder fanden kopflose Leiche auf Spielplatz in Ahlen
Sägemord-Prozess begann mit Geständnis

Mit einem Geständnis hat am Mittwoch vor dem Landgericht Münster der Prozess um den Sägemord von Ahlen begonnen. In der westfälischen Stadt hatten Kinder im vergangenen Sommer auf einem Spielplatz die kopflose Leiche eines 35-jährigen Mannes gefunden.

ap MÜNSTER. Wenige Tage später wurden drei Tatverdächtige festgenommen. Sie sollen ihren Trinkkumpanen am 20. Juli 2001 im Streit geschlagen und stranguliert haben. Er lebte möglicherweise noch, als ihm der Kopf abgesägt wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Frank R. und Metin K. gemeinschaftlichen Mord zur Verdeckung der vorangegangenen Körperverletzung vor. Der mitangeklagte Dirk B., der laut Anklage als einziger nicht unter Alkoholeinfluss stand, soll Beihilfe geleistet haben.

Am Abend des 20. Juli sollen Frank R. und Metin K. den 35-Jährigen unter einem Vorwand in die Wohnung von R. gelockt haben. Dabei ging es angeblich um Streitigkeiten über einen vom Tatopfer an R. verkauften Motorroller. Die Männer sollen dem Opfer erhebliche Kopfverletzungen zugefügt haben. Weil die Schläger befürchteten, dass wegen dieser Taten ihre Bewährungsstrafen aus anderen Verfahren widerrufen werden könnten, entschlossen sie sich laut Staatsanwaltschaft, ihr Opfer zu töten. Mit einem Schal erdrosselten R. und K. ihr Opfer.

"Ich war unter Alkohol"

Der 27 Jahre alte Metin K. legte ein Geständnis ab. Er habe einen Schal um den Hals des Opfers gelegt und dann mit der Erdrosselung begonnen. Metin K. sagte: "Ich weiß selber nicht, warum ich bei der Sache mitgemacht habe. Ich war unter Alkohol." Frank R. und Dirk B. seien ihm zu Hilfe gekommen. Frank R., heute 35 Jahre alt, habe dem Leblosen den Kopf abgesägt. Er selbst wollte zu Beginn des Prozesses keine Aussagen zum Tatvorwurf machen.

Die drei Angeklagten sollen den Leichnam auf einen Kinderspielplatz gebracht haben. Den Körper sollen sie im Gebüsch versteckt und den Kopf in einer Sandburg vergraben haben. Für den Prozess sind zunächst elf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 28. Mai erwartet.

Schon im Vorfeld des Prozesses hatte der Fall Mitte Februar bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte das Oberlandesgericht Hamm die Untersuchungshaft gegen die drei Beschuldigten nach Ablauf der Sechs-Monats-Frist aufgehoben und sie kurzfristig auf freien Fuß gesetzt. Ein gegen den damals zuständigen Dezernenten des Gerichts eingeleitetes Disziplinarverfahren wurde am (gestrigen) Dienstag eingestellt. Ein Dienstvergehen habe nicht festgestellt werden können, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm.

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