Kinder-TV auf dem Rücksitz
Internet im Auto

Autos mobilisieren die Telekommunikation: vom rollenden Internet über die Kurvenwarnung bis zum Schlüsseldienst via Satellit.

PALO ALTO. Das Jahr 2001 scheint das Jahr zu sein, in dem die informationstechnische Aufrüstung der Benzinkutsche stattfindet. Nach den Luxusfahrzeugen sollen die Mittelklassenwagen eine Chance erhalten, informationstechnisch aufzusteigen.

Beim europäischen Automobilsalon in Genf fielen vor allem Mercedes und BMW auf. Beide Unternehmen haben schon vor einigen Jahren entsprechende Forschungsstellen im Silicon Valley eingerichtet.

Besonderes Interesse bei den amerikanischen Besuchern in Genf erregte die Firma MegaCar aus München. Das Tochterunternehmen der IVM Automotive, ebenfalls aus München, zeigte, dass eine Internetverbindung zu einem schnellen Fahrzeug auch auf der schnellen linken Spur "of the German Autobahns" möglich ist.

Als Testfahrzeug für Übertragungen aus GSM-Netzen (Global System for Mobile Communication) wurde ein Mercedes-Benz der S-Klasse eingesetzt. Bei GSM können dabei nach Angaben von MegaCar Übertragungsraten bis zu 153 Kilobit pro Sekunde erzielt werden. Die Raten in GPSR-Netzen (Global Positioning System Receiver) seien noch höher. Bei den französischen Unternehmen zeigten Renault und Citroen erstmals Armaturenbretter mit integrierten Navigationssystemen.

In den USA sollen derzeit etwa eine Million Fahrzeuge mit Telematic-Systemen ausgerüstet sein. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um das OnStar-System von General Motors. Es erlebte zunächst in bestimmten Cadillac-Modellen sein Debüt und wird nun einschließlich der damit verbundenen Dienstleistung für verschiedene Luxusgefährte angeboten. In einem Werbespot des US-Fernsehens etwa bittet ein Fahrer über Handy den Dienst, das Fahrzeug per Satellit zu entriegeln. Er hatte seinen Schlüssel im Auto stecken lassen. In den USA ist das wegen der anderen Verriegelungstechnik möglich.

Telematic-Dienste werden derzeit als großer Wachstumsmarkt eingestuft. Analysten von UBS Warburg rechnen damit, dass dieses Marktsegment weltweit von derzeit 4 Mrd. Dollar bis zum Jahr 2010 auf knapp 48 Mrd. Dollar wachsen wird. Sie rechnen damit, dass bis 2010 etwa die Hälfte aller US-Fahrzeuge mit entsprechenden Geräten ausgerüstet sein werden.

Dies könnte zutreffen, nimmt man die Auto-Show in Detroit als Maßstab. Dort zeigte eine Reihe von Unternehmen neue elektronische Lösungsansätze auf den verschiedensten Einsatzfeldern.

In den neuen 2002 Infiniti Q45 von Nissan, der im April in den USA auf den Markt kommen soll, wird ein so genannter Rückfahrmonitor eingebaut sein. Das ist eine kleine elektronische Kamera, die sich beim Einlegen des Rückwärtsgangs automatisch einschaltet und ein Bild der Hecksituation auf einen Monitor liefert. Kommt das Fahrzeug zu nahe an einen Gegenstand, sorgen Sensoren für einen Warnton.

Landrover arbeitet daran, in die Geländefahrzeuge des britischen Herstellers Sensoren einzubauen, die über den Zustand der jeweils befahrenen Strecke Auskunft geben und den Automatik-Fahrmodus des Fahrzeugs entsprechend einstellen.

In Hondas Konzeptfahrzeug Modell X waren in Detroit bereits ein Satelliten-Radio sowie ein MP3-Player zu sehen, auf den Musik aus dem Internet geladen werden kann.

BMW zeigte auf der Show in den USA gleich zwei interessante Neuheiten. So war im Z9 Konzept-Cabrio ein neues, iDrive genanntes Armaturenbrett zu sehen, das eher mit einem PC, denn mit einer herkömmlichen Instrumentenanzeige verwandt war. Darüber hinaus zeigten die Bayerischen Motorenwerke im X-Coupé Scheinwerfer, die Kurven besser ausleuchten können. Eine Satellitennavigation meldet, wann die Straßen kurvig werden.

Zur Cebit stellt die Daimler-Chrysler-Tochter Temic in Nürnberg zum ersten Mal ein Spracherkennungsmodul für Autos vor, das kurze Befehle selbst dann erkennt, wenn der Fahrer sehr schnell oder Dialekt spricht oder Fahrgeräusche und ein laufendes Radio den Befehl untermalen. Temic geht es nun darum zu zeigen, dass die Technik funktioniert. Dann sind Dienstleister gesucht, welche die Sprachbefehle nutzen und dem Fahrer Telefonbanking, E-Mail oder Verkehrsdienste ins Auto liefern.

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