Kinder und Jugendliche sollten überhaupt keine Mobiltelefone benutzen
Neue Debatte über Gesundheitsrisiken durch Handys

Eine Warnung des Bundesamts für Strahlenschutz hat eine neue Debatte um mögliche Gesundheitsgefahren des Handy-Telefonierens ausgelöst. Nachdem Amtschef Wolfram König generell zur Vorsicht beim mobilen Telefonieren geraten hatte, forderte die Opposition am Dienstag die Bundesregierung auf, die ungeklärten Risiken schnell besser erforschen zu lassen.

ap BERLIN. König sagte der "Berliner Zeitung", obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise für Gesundheitsgefahren gebe, sei Vorsorge angeraten. "Eltern sollten ihre Kinder möglichst von dieser Technologie fern halten." Autofahrer, deren Wagen über keine Außenantenne verfüge, sollten im Fahrzeug aufs Telefonieren verzichten. Telefonate mit dem Handy sollten generell möglichst kurz gehalten werden.

König meinte, die Frage müsse dringend beantwortet werden, ob Handy-Telefonieren zu Augen-, Lymphdrüsen- oder Blutkrebs oder zu anderen Erkrankungen führen könne. Bei der Standortfestlegung für neue Sendeanlagen hätte die Industrie "viel früher" die Kommunen einbinden müssen, kritisierte der Amtschef. In Zukunft müsse bei der Errichtung von Mobilfunkmasten mehr Transparenz herrschen. Zudem sollten Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern als Standorte tabu sein.

Die Forschungsexpertin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Ilse Aigner, forderte die Bundesregierung auf, einen Teil des Erlöses der UMTS-Lizenzen in die Forschung der Mobilfunk-Gesundheitsfolgen zu stecken. Noch gebe es keine gesicherten Erkenntnisse, die Wissenschaft sei zerstritten, die Bürger seien verunsichert. König solle seinen Dienstherren, das Bundesumweltministerium, zum Handeln antreiben.

Das Umweltministerium erklärte, die Forschungsmittel seien für das kommende Jahr auf 4 Mill. DM aufgestockt worden. Angesichts des unzureichenden Wissenstands sei Vorsicht angeraten, sagte ein Sprecher. Erwogen werde eine Revision der Bundesimmissionsschutzverordnung, allerdings hinsichtlich der Strahlungsgrenzwerte von Mobilfunksendemasten. Denkbar sei auch ein Label für "strahlungsarme Handys".

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