Kinderkrankheiten abgelegt
Gutenbergs digitale Enkel auf der Buchmesse

Wurden Elektronische Bücher, so genannte E-Books, zunächst wegen des geringen Angebots an Lesestoff und der wenig lesefreundlichen Technik belächelt, bieten sie inzwischen eine Alternative zu meterlangen Buchreihen in heimischen Regalen.

FRANKFURT. Leser, die sich damit anfreunden können, nicht mehr umzublättern und Strom für ihr Buch zu benötigen, finden über das Internet Tausende digitaler Werke. Und auch die Hardware hat einige Kinderkrankheiten abgelegt. So sollen spiegelnde und kontrastschwache Displays der ersten E-Books mit der zweiten Generation, die zurzeit auf der Buchmesse präsentiert wird, der Vergangenheit angehören. Auch bei den Akku-Standzeiten versprechen die Hersteller mit 40 Stunden eine größere Mobilität.

Und mehr als ein reines Lesegerät bietet Hersteller Franklin mit seinem Ebookman. Das Gerät, das noch diesen Herbst erhältlich sein soll, erfüllt mit Adressdatenbank und Terminkalender auch die Aufgaben eines Organizers, spielt Audiobücher und MP3-Dateien ab, verfügt über eine Handschriftenerkennung für den sensitiven Bildschirm und kann sogar ein Diktiergerät ersetzen.

Nachdem sich die amerikanische Gemstar International Group, bekannt durch ihr Video- Programmiersystem Showview, kurzerhand den Einstieg ins E-Book-Geschäft erkauft hat, durch Übernahme der beiden Unternehmen Nuvomedia und Softbook , wurde das Angebot deutlich ausgeweitet. Mit Les Editions 00h00, Paris, wurde außerdem ein Verlag akquiriert, der über rund 600 digitale Titel verfügt.

Noch gibt es keinen verbindlichen Softwarestandard für die E-Books. Als Standardformat wird zwar das vom Open Ebook Forum propagierte OEB, das die meisten E-Books verarbeiten können. Doch finden sich darüber hinaus aber auch Inhalte in gebräuchlichen Textformaten wie RTF und TXT, Acrobat Reader-Dateien (PDF) und sogar Texte von elektronischen Büchern in der Websprache HTML. Wer Elektronische Bücher lieber am PC oder Notebook lesen möchte, kann dies mit kostenfreier Software wie den Glassbook Reader. Auch für Kleinstcomputer wie Palm und Pocket PC sind inzwischen Programme (wie Peanutpress oder MS Reader) zum Lesen von E-Books erhältlich.

Tausende von Titeln sind für E-Books zwischenzeitlich digital verfügbar - von aktuellen Bestsellern über Klassiker bis hin zu Fachbüchern. Aber nicht nur das Angebot, sondern auch die Preise können sich - zumindest aus der Sicht der Verlage - sehen lassen. Sie entsprechen bei Neuausgaben oft denen der Papierausgabe.

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