Kinderporno-Ring in Zusammenarbeit gesprengt
Erfolg im Kampf gegen Kinderpornographie im Internet

Die Fahndungsdehörden in den USA, Russland und in Großbritannien haben Erfolge im Kampf gegen Kinderpornographie im Internet erzielt.

Reuters WASHINGTIN/LONDON. Nach jahrelangen Ermittlungen sprengten US-Behörden zusammen mit der russischen Polizei einen Kinderporno-Ring, der sein Zentrum in Russland hatte. Es seien vier Amerikaner und fünf Russen verhaftet worden, teilten die US-Zollbehörden mit. Wie die britische Polizei am Dienstag mitteilte, nahm sie bei einer landesweiten Razzia 22 Personen unter dem Verdacht fest, Kinderpornographie verbreiten zu haben.

Die verhafteten Russen und Amerikaner hätten Kinderporno-Videos über die Internet-Site "Blue Orchid" verkauft, die aus einer Wohnung in Moskau betrieben worden sei. Die meisten Kunden waren nach Angaben der US-Behörden Amerikaner. Es gebe aber noch über 20 weitere Ermittlungsverfahren, einige davon auch in Schweden, Dänemark und den Niederlanden.

Erste Verdächtige wurden im Dezember festgenommen

Bereits im Dezember hatte die russische Polizei die ersten Verdächtigen in dem Fall festgenommen. Danach haben die Behörden drei weitere Verdächtige in Russland und vier in den USA festgenommen. Die ersten Festnahmen in Russland hatten die US-Behörden über E-Mail-Verbindungen zu Verdächtigen in Indiana, Massachusetts, New York, Kalifornien und Utah geführt.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte, auch in Europa habe es mehrere Verhaftungen gegeben. Er nannte keine Details. In den USA würden weitere 15 Verdächtige in diesem Fall gesucht. Das US-Außenministerium habe der Moskauer Polizei 100 000 $ (etwa 220 000 DM) zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet zur Verfügung gestellt, sagte Boucher. Polizisten aus Russland seien in den USA ausgebildet worden.

Die Website "Blue Orchid" war nach Behördenangaben von März bis Dezember des vergangenen Jahres in Betrieb. Es seien mehrere hundert Videos an rund 80 Kunden in der ganzen Welt verkauft worden, sagte Delli-Colli. Die Filme hätten russische Jungen bei sexuellen Handlungen gezeigt und seien für 200 bis 300 $ (420 bis 620 DM) verkauft worden. Kurz bevor die Site geschlossen worden sei, seien von den Pornohändlern neue Filme mit Kindern produziert worden, die bis zu 5 000 $ (11 000 DM) hätten kosten sollen.

Unterschiedliche Rechtslage erschwert die Bekämpfung

Wegen der unterschiedlichen Rechtslage ist die Bekämpfung der Kinderpornografie jedoch schwierig. In Russland ist 1996 das Schutzalter für Jugendliche auf 14 Jahre heruntergesetzt worden, Sex mit Jugendlichen über 14 Jahre ist damit nicht strafbar. Auf den Videos waren den Angaben zufolge meist Jungen beim Sex zu sehen, die aus Heimen oder Problemfamilien stammten.

Unter den in Großbritannien Verhafteten war nach Polizeiangaben auch ein 13-jähriger Junge. Weitere Festnahmen seien nicht auszuschließen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Beamten hätten vor dem Einsatz vier Monate lang Personen beobachtet, die pornographische Darstellungen von Kindern besessen und über das Internet verteilt hätten. Beamte in England, Schottland und Wales hätten gleichzeitig 43 Häuser durchsucht und mehr als 40 Computer beschlagnahmt. Weitere Festnahmen seien nicht auszuschließen.

Die Festgenommenen stünden unter dem Verdacht, pornographische Bilder von Kindern per E-Mail verbreitet zu haben, sagte die Sprecherin. Ein Verdächtiger sei schon vor der Razzia festgenommen worden, da er nach Ansicht der Polizei eine direkte Gefahr für Kinder darstelle.

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