Kindersender steigert Umsatz und Gewinn – Vertrag über Disney-Filme
Super RTL lässt Krise der Fernsehwerbung kalt

Der Kindersender Super RTL hat gegen den Branchentrend Umsatz und Gewinn in den ersten vier Monaten gesteigert. "2003 wird unser bestes Jahr in der Sendergeschichte", sagte Senderchef Claude Schmit dem Handelsblatt. Von Januar bis April erzielte der Kölner Kanal einen Nettoumsatz von 25 Mill. Euro. Er gehört zur Hälfte dem amerikanischen Medienkonzern Disney und der Bertelsmann-Tochter RTL Group.

hps DÜSSELDORF. Während Super RTL einen Zuwachs von 2 % erreichte, verzeichnete der Gesamtmarkt einen Einbruch um 8 %. "Die Kunden sind extrem vorsichtig mit den Buchungen. Die Entscheidungen fallen kurzfristig", sagte Schmit, der seit drei Jahren den Sender mit derzeit 70 Mitarbeitern führt. Zu den wichtigsten Werbekunden von Super RTL zählen der Spielzeughersteller Mattel, der Süßwarenhersteller Ferrero und die Konsumgüterriesen Henkel und Procter & Gamble.

Für das Gesamtjahr 2003 rechnet der 42-jährige Senderchef mit einem Nettoumsatz von 85 Mill. Euro und einer Umsatzrendite von rund 10 %. Im letzten Jahr lag der Gewinn bei rund 5,6 Mill. Euro.

Super RTL ist in seiner Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen nach eigenen Angaben der Marktführer. Im April erreichte der Kanal 23,6 %, gefolgt von RTL mit 12,3 % und dem öffentlich-rechtlichen Kinderkanal mit 10,8 %.

Trotz einer Steigerung der Quote zum Vorjahr litt der 1995 gegründete Sender unter der schlechten Quote am Abend. Das soll sich mit dem Zugriff auf die Disney-Filme in der Primetime spätestens bereits im nächsten Jahr ändern. Der neue Vertrag mit Disney und RTL hat ein Volumen von 200 Mill. Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren. Von den 1400 Serien und Filmen stammt rund die Hälfte aus der berühmten Disney-Filmbibliothek (Buena Vista, Miramax). Ob der Vertrag bereits unterzeichnet ist, war bis gestern unklar. Die Hollywood-Produktionen sollen künftig unattraktive RTL-Konserven ersetzen. Der Exklusivvertrag mit dem Bertelsmann-Sender läuft zum Jahresende aus. Mit dem neuen Vertrag entgeht dem größten deutschen Privatsender RTL eine attraktive Verwertungsmöglichkeit.

Quelle: Handelsblatt

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