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Kinowelt übernimmt acht Multiplex-Kinos

Die am Neuen Markt notierte Kinowelt Medien AG hat sich nach eigenen Angaben mit 25,2 % an acht verlustträchtigen Multiplex-Kinos des australischen Unterhaltungskonzerns Village Roadshow Ltd. beteiligt und übernimmt deren Leitung.

rtr MÜNCHEN. Die am Neuen Markt notierte Kinowelt Medien AG hat sich nach eigenen Angaben mit 25,2 % an acht verlustträchtigen Multiplex-Kinos des australischen Unterhaltungskonzerns Village Roadshow Ltd. beteiligt und übernimmt deren Leitung. Die übrigen knapp 75 % an den 59 Leinwänden seien an strategische Investoren abgegeben worden, teilte Village Roadshow in Sydney mit. Die Kinos in Oberhausen, Hamburg, Berlin, Gelsenkirchen, Mönchengladbach, Sindelfingen und ein im Bau befindliches Multiplex-Kino in München sollen von der Darmstädter Theile Kinopolis-Gruppe geführt werden, die bereits zehn Multiplex- Kinos betreibt und an der die Münchener Kinowelt seit Mai mit 50,1 % beteiligt ist.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Kinowelt mit. Village Roadshow verbucht aus dem Verkauf nach eigenen Angaben aber einen einmaligen Verlust von rund 20 Mill. australischen $. "Deutschland ist der einzige Markt, auf dem wir deutliche Verluste machen", sagte Direktor Graham Burke der Nachrichtenagentur Reuters. Die Abgabe der deutschen Kinos werde sich auf den Cash-flow positiv auswirken. Das Unternehmen betreibt Themenparks, Radiostationen und Kinos.

Nach früheren Angaben hatte sich Kinowelt sogar für die Mehrheit an der Village-Tochter Village Roadshow Exhibition GnbH interessiert. Das Filmunternehmen erwartet aus der Übernahme der Kinos nach den Worten von Vorstand Michael Kölmel "beachtliche Synergiepotenziale" im Marketing und in der Programmierung der Kinos mit Filmen. Zusammen mit den zehn Kinopolis-Filmtheatern verfüge Kinowelt künftig über 18 Kinos mit 39 000 Sitzplätzen und 160 Leinwänden. Das Unternehmen werde mit einem Marktanteil von 17 % damit zum zweitgrößten Multiplex-Betreiber in Deutschland hinter der CinemaxX AG, an der Konkurrent Senator Entertainment 25 % hält. Das im Bau befindliche Multiplex-Kino in München hatte die Constantin Film AG noch während des Baus am Village verkauft.

Der Aktienkurs der Kinowelt gab am Montag um mehr als sieben Prozent auf ein neues Jahrestief von 18,46 Euro nach.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Kinowelt auf der europäischen NBC-Senderkette im Abendprogramm Sendezeit für seine Filmpakete und im Gegenzug Erlöse aus dem Verkauf der Werbezeiten erhalten werde. Das Unternehmen hatte ein großes Filmpaket für rund 560 Mill. DM von Warner gekauft, konnte dieses aber nach Angaben von Analysten nur schleppend weiter verkaufen. Zuletzt hat das ZDF 19 Spielfilme aus dem Paket erworben.

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